17.02.2004
Flächen- und klimaneutral: Integriertes Umweltkonzept für Leipzig 2012
„Olympiafluss Weiße Elster“ und „Zero Emission Olympic Village“ – zentrale
Umweltleitprojekte für die deutsche Olympia-Bewerbung
Leipzig ist eine Stadt der ambitionierten Ziele und Visionen: Die Olympischen Sommerspiele 2012 sollen nicht
nur in Deutschland ausgetragen werden, sondern die Umwelt auch so gering wie möglich belasten. Um diesem Ziel
bereits in der ersten Phase der internationalen Bewerbung Rechnung zu tragen, hat der Olympiaplanungsstab der
Stadt Leipzig das Öko-Institut e.V. und die Deutsche Sporthochschule Köln beauftragt, das „Integrierte
Umweltkonzept Leipzig 2012“ zu erarbeiten. Das Projekt wurde durch das Bundesamt für Naturschutz mit
Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert. Mögliche Belastungen der
Umwelt sollen durch frühe Einflussnahme auf die Planungen weitgehend vermieden und der Bereich Umwelt und
Nachhaltigkeit über Leitbilder, Leitlinien und Umweltleitprojekte zu einem Alleinstellungsmerkmal der Bewerbung
Leipzigs und des Segelreviers Rostock entwickelt werden. Herausragende Leitbilder sind naturverträgliche,
flächen- und klimaneutrale Spiele sowie eine umweltfreundliche Mobilität.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) betrachtet schon seit einigen Jahren Umwelt, neben Sport und Kultur,
als eine der drei Säulen der Olympischen Bewegung. Das IOC fordert nicht nur, Umweltbelastungen zu minimieren,
sondern auch ein nachhaltiges Erbe an den Ausrichtungsorten Olympischer Spiele zu hinterlassen. Die ehrgeizigen
Leitbilder und Leitlinien für umweltfreundliche Spiele 2012 in Leipzig, die das Öko-Institut e.V. und die
Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Natursport und Ökologie, jetzt für die deutsche Bewerbung entwickelt
haben, sollen mit Umweltleitprojekten realisiert werden. Diese bauen in Abstimmung mit dem Olympiaplanungsstab
gezielt auf vorhandene Stärken und günstige Grundlagen in Leipzig und Rostock auf. So ist von großem Vorteil,
dass für die Olympiaplanungen in der Stadt Leipzig nahezu 80 Prozent der benötigten Flächen aus Brachen,
industriell genutzten Flächen oder bereits bebauten Grundstücken aktiviert werden können. Dennoch verbleiben
Flächeneingriffe. Um diese mindestens zu kompensieren, haben die Fachleute der Deutschen Sporthochschule Köln als
Umweltleitprojekt unter anderem das große Renaturierungsprojekt „Olympiafluss Weiße Elster“
konzipiert: Auf einer Länge von rund elf Kilometern soll der Fluss aus seinem Betonbett befreit und durch
umfassende Renaturierungsmaßnahmen zu einem attraktiven, naturnahen Erholungsraum aufgewertet werden.
Das vom Öko-Institut e.V. vorgeschlagene Leitbild der klimaneutralen Spiele dürfte ein absolutes
Alleinstellungsmerkmal für Leipzig 2012 sein. Das Gesamtkonzept umfasst die Schritte Energieeinsparung und
Steigerung der Energieeffizienz, den weitgehenden Einsatz regenerativer Energieträger sowie die Realisierung von
Kompensationsmaßnahmen. Ein zentrales Umweltleitprojekt ist die Konzeption des Olympischen Dorfes als „Zero
Emission Olympic Village“. Umfassender Passivhaustandard in Verbindung mit einem
beispielhaften Einsatz regenerativer Energieträger – Fotovoltaik, Solarthermie und
Biomasse-Blockheizkraftwerke – sollen dieses Projekt von der Vision zur Realisierung führen.
Neben weiteren Umweltleitprojekten im Klima- und Naturschutz sowie der Flächenschonung soll für Leipzig 2012 die
umweltfreundliche Mobilität einen hohen Stellenwert einnehmen. Das Olympische Dorf und die meisten Sportstätten
befinden sich innerhalb eines Radius von zehn Kilometern. Daher setzt das Umweltkonzept auf den Öffentlichen
Nahverkehr, den Einsatz von Olympiafahrrädern – attraktive Leihfahrräder für die Olympiagäste – und
auf besonders schadstoff- und lärmarme Antriebssysteme für den Fuhrpark.
Die wichtigsten Punkte des „Integrierten Umweltkonzepts Leipzig 2012“ sind in enger Zusammenarbeit
mit dem Olympiaplanungsstab der Stadt Leipzig bereits in die schriftliche Beantwortung des IOC-Questionaire durch
die Bewerbungskomitee Leipzig 2012 GmbH eingeflossen, die am Stichtag 15. Januar 2004 dem IOC zugegangen ist. Am
18. Mai entscheidet das IOC auf Basis der abgegebenen Bewerbungen von Leipzig und acht anderen Städten, darunter
New York, London und Paris, über die Vergabe des Status „Candidate City“. Nach dieser
Zwischenprüfung, die das Bewerberfeld unter Umständen verkleinert, müssen bis November diesen Jahres die
Dokumente für die Endausscheidung abgegeben werden. In welcher Stadt die Olympischen Sommerspiele 2012
ausgetragen werden, entscheidet sich dann im Sommer 2005. mb
Ansprechpartner:
Integriertes Umweltkonzept Leipzig 2012
Dr. Matthias Buchert
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Agrobiodiversität soll Wort des Jahres 2006 werden
Fachtagung in Berlin: Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft – Impulse für eine nachhaltige Tier- und
Pflanzenzucht
Die biologische Vielfalt unserer Nutztiere und Kulturpflanzen sichert langfristig die menschliche Ernährung. Aber
bereits heute ist diese Agrobiodiversität gefährdet. Die scheinbar reiche Auswahl an verschiedenen
Nahrungsmitteln wird mit immer weniger Kultursorten und -rassen produziert, viele Nutztiere und -pflanzen sind
bereits ausgestorben. Das Forschungsprojekt „Agrobiodiversität entwickeln – Handlungsstrategien und
Impulse für eine nachhaltige Tier- und Pflanzenzucht“ hat sich dieser Problematik angenommen und rückte das
Thema auf einer Fachtagung am 4. und 5. Februar in Berlin in den Blick der Öffentlichkeit. Zentrale Forderung am
Ende der Tagung: Das Bewusstsein für den Verlust an Agrobiodiversität und den damit verbundenen Folgen muss in
Politik und Gesellschaft vergrößert, der dringende Handlungsbedarf publik werden. Joseph Jacobi von der
Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft e.V., brachte es auf den Punkt: „Agrobiodiversität muss aus
der Nische in die öffentliche Wahrnehmung. Spätestens 2006 sollte es zum Wort des Jahres werden.“
Der Einladung von fünf wissenschaftlichen und praxisnahen Instituten, darunter das Öko-Institut e.V., waren rund
90 VertreterInnen aus Zucht, Lebensmittelwirtschaft, Handel, Politik, Verbänden und Wissenschaft sowie
internationaler Organisationen gefolgt. In zahlreichen Vorträgen und Arbeitsgruppen diskutierten sie die
züchterischen, ökonomischen und rechtlich-politischen Ursachen für den Verlust von Agrobiodiversität, sowie
Rahmenbedingungen und Perspektiven für deren Erhalt. „Es ist wichtig, das Thema stärker in den Blick der
Öffentlichkeit zu rücken“, betonte auch Ruth Brauner, Expertin des Bereichs Biodiversität, Ernährung &
Landwirtschaft des Öko-Instituts e.V., „Die Vielfalt an verarbeiteten Lebensmitteln gaukelt uns eine
Mannigfaltigkeit vor, die bei den Ausgangsprodukten, nämlich den Pflanzen und Tieren nicht mehr existiert oder
nicht mehr genutzt wird. Die Verbraucher und Verbraucherinnen können mithelfen, seltene Kulturpflanzen und -tiere
zu erhalten – zum Beispiel indem sie sie verspeisen!“
Neben ihrem unmittelbaren Nutzen für Nahrung, Lebensunterhalt, Habitate und Ökosysteme ist Vielfalt in der
Landwirtschaft auch heute noch eine Absicherung gegen Missernten und Schädlings- oder Krankheitsanfälligkeiten.
Als Hauptursache für den Verlust von Agrobiodiversität gilt die moderne Landwirtschaft mit Hochleistungssorten
und –rassen, wie sie sich inzwischen weltweit durchsetzt, in Verbindung mit der standardisierenden Wirkung
von Lebensmittelverarbeitung und Handel. Aber auch rechtliche und institutionelle Faktoren spielen eine wichtige
Rolle: „Die bestehenden gesetzlichen Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene haben nicht zu
einer Erweiterung der Vielfalt von Tierrassen und Pflanzensorten beigetragen. Auch die bisherigen Fördermaßnahmen
sind nicht ausreichend,“ so Franziska Wolff, Expertin des Bereichs Umweltrecht am Öko-Institut e. V., auf
der Tagung. Auf die notwendige Vernetzung von Lösungsansätzen wies Professor Dr. Hagedorn von der Humboldt
Universität Berlin hin: „Ökologische Leistungen werden in Bündeln produziert, die nicht trennbar
sind.“
Kontrovers diskutiert wurde die Rolle der Züchtungsunternehmen und des Handels. Dr. Hans Jachmann von der
Syngenta Agro GmbH sagte zwar: „Biodiversität ist für mich, dass ausgetauscht werden kann, dass nicht einer
alles in der Hand hat“, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass das Produkt – in diesem Fall Saatgut
– verkaufbar sein muss. Er erkannte am Ende der Tagung an: „Es macht Sinn, sich mit den Nutzern
zusammenzusetzen.“ Prof. Dr. Jürgen Rimpau, Vertreter der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und
Mitglied im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung unterstrich die Rolle der Verbraucher. Umwelt, Landwirtschaft,
Handel und Verarbeitung würden unter der Entwicklung leiden. Nur der deutsche Verbraucher profitiere von den
niedrigsten Lebensmittelpreisen in Europa. Dennoch sei nur das nachhaltig, was auch wirtschaftlich sei.
Ein Plädoyer für die „Nische“ kam demgegenüber von Antje Feldmann, Geschäftsführerin der Gesellschaft
zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Auch Professorin Dr. Bennholt-Thomson, Institut für
Subsistenz, Bielefeld, forderte, regionale Lebensmittel wahrzunehmen und zu vermarkten: „Eine Nische neben
der anderen ist auch flächendeckend.“ Pat Mooney, Preisträger des alternativen Nobelpreises, der 1979 durch
die Veröffentlichung des Buches „Seeds of the Earth“ das Thema auf die weltweite Agenda setzte,
betonte vor allem die Rolle der Zivilgesellschaft.
Wege aufzuzeigen, wie Agrobiodiversität erhalten, genutzt und weiterentwickelt werden kann, stand im Mittelpunkt
des interdisziplinären, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „Agrobiodiversität
entwickeln“. Die ExpertInnen des Instituts für ökologische Wirtschaftsförderung (IÖW), des
Öko-Instituts e.V., des Forschungsinstituts für ökologischen Landbau (FiBL), der Freien Universität Berlin und
der Landesanstalt für Großschutzgebiete Brandenburg (LAGS) analysierten unter anderem anhand konkreter
Fallbeispiele aus der Tier- und Pflanzenzucht diversitätshemmende und –fördernde Faktoren. Miriam Dross,
wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Umweltrecht am Öko-Institut e.V., wies im Rahmen der Tagung darauf
hin, dass bislang pro-aktive Politikinstrumente fehlen. „Zusätzlich zum rein konservierenden Schutz muss
vor allem die Nutzung stärker in den Vordergrund rücken. Die Vielfalt gehört in die Ställe und auf die Weiden und
Felder, nicht nur in Genbanken. Dann wird die Vielfalt nicht nur bewahrt, sondern auch standortangepasst weiter
entwickelt!“ md / kk
Das Positionspapier der Projektgruppe kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.
Ansprechpartnerin:
Miriam Dross
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Umweltrecht
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zwischen Stillstand und Aufbruch – Die Umweltpolitik im neuen Europa
Jahrestagung des Öko-Instituts e.V. am 22. und 23. April in Berlin
Die Europäische Union wird größer. Am 1. Mai 2004 treten zehn neue Länder dem Staatenbund bei, der damit auf 25 Mitglieder wächst. Neben acht mittel- und osteuropäischen Staaten gehören Zypern und Malta zu den Beitrittsländern. Niemand bezweifelt, dass Europa in vielerlei Hinsicht Veränderungen bevorstehen. Doch welche Folgen hat die Erweiterung für die Umweltpolitik in den neuen und den alten Ländern? Als das führende unabhängige Umweltforschungsinstitut widmet sich das Öko-Institut e.V. bei seiner internationalen Jahrestagung am Donnerstag, 22. April und Freitag, 23. April in Berlin diesem Thema.
Die Europäische Kommission bezeichnet die Lage der Umwelt in den Beitrittsländern als sehr schlecht. Die
Bewertung des deutschen Umweltministeriums fällt dagegen positiv aus. Jürgen Trittin lobt das Ergebnis der
Beitrittsverhandlungen im Umwelt- und Energiebereich. Die großen Umweltverbände positionieren sich zu dem Thema
bislang nur sehr zögerlich. Keine drei Monate vor der bislang größten Erweiterungsrunde der EU werden auch in
Fachkreisen viele Fragen zu den Auswirkungen auf die Umweltpolitik sehr unterschiedlich bewertet. Als das
führende Umweltforschungsinstitut widmet sich das Öko-Instituts e.V. mit seiner Jahrestagung diesem aktuellen
Thema. Wenige Tage vor dem Beitritt werden WissenschaftlerInnen des Instituts sowie geladene ReferentInnen in
Vorträgen, Diskussionen und Arbeitsgruppen die EU-Erweiterung aus umweltpolitischer Sicht behandeln. Der Blick
soll dabei auch von Ost nach West gehen. Was können die bisherigen EU-Staaten von den neuen Mitgliedern lernen?
Dazu wird unter anderem der ehemalige tschechische Umweltminister Dr. Martin Bursik sprechen.
„Der Stillstand droht!“ oder „Dem Aufschwung entgegen!“ – zwei provokante Vorträge
von Dr. Felix Christian Matthes und Regine Barth sollen die Eckpunkte für intensive Streitgespräche liefern. Die
Moderation wird Dr. Joachim Lohse, Geschäftsführer des Öko-Instituts e.V., übernehmen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Programms wird auf der Bearbeitung aktueller Fragen in kleinen Arbeitsgruppen
liegen. ExpertInnen des Öko-Instituts e.V. werden Foren zu den Themen Energie und Klimaschutz, Landwirtschaft und
Gentechnik sowie zur Aarhus Konvention anbieten. Gemeinsam mit den TagungsteilnehmerInnen werden dort
Problemfelder diskutiert und Lösungsansätze erarbeitet. Mit der Entwicklung einer Vision für einen europäischen
Umweltstaat wird die Konferenz abgeschlossen.
Anmeldungen zu der Tagung von Donnerstag, 22. bis Freitag, 23. April 2004 in der Botschaft der Tschechischen
Republik, Wilhelmstrasse 44 in 10117 Berlin, sind bis zum 31. März möglich. Senden Sie eine E-Mail an Romy Klupsch. Die Tagungsgebühr beträgt 200
Euro, Mitglieder des Öko-Instituts e.V., StudentInnen, RentnerInnen sowie Mitglieder einer gemeinnützigen NGO
zahlen einen ermäßigten Beitrag von 100 Euro. che
zurück zum Inhaltsverzeichnis
NahviS: Neue Nahverkehrsangebote im Naturpark Südschwarzwald
BMBF-Forschungsschwerpunkt „Personennahverkehr für die Region“ zu Gast in Bad Säckingen
Mit
welchen neuen Angeboten lässt sich der Nahverkehr im ländlichen Raum verbessern? Dies ist die Kernfrage, mit der
sich zehn Forschungs- und Umsetzungsprojekte in verschiedenen Untersuchungsregionen Deutschlands beschäftigen und
gemeinsam den Schwerpunkt „Personennahverkehr für die Region“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF) bilden. Für den Südschwarzwald hat sich das Öko-Institut e.V. zusammen mit weiteren Partnern im Projekt
„Neue Nahverkehrsangebote im Naturpark Südschwarzwald“ NahviS dieser Frage angenommen. Ein neues Bussystem mit
flexiblen, nachfragegesteuerten Linienwegen, das am 11. März seinen Betrieb aufnimmt, kundenspezifische
Car-Sharing-Angebote, zum Beispiel auch für Hotelgäste, und spezielle Mobilitätszentralen, die über die neuen
Angebote informieren, sollen jetzt im Südschwarzwald erprobt werden. Am 2. und 3. März lädt NahviS außerdem alle
Projektpartner des Forschungsschwerpunkts zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch nach Bad Säckingen.
Das Projekt NahviS wird vom Öko-Institut e.V. geleitet. Projektpartner sind das Institut für sozial-ökologische
Forschung (ISOE), die SüdbadenBus GmbH (SBG) und die Freiburger Auto-Gemeinschaft (FAG) sowie weitere Partner wie
die Landkreise des Untersuchungsraumes, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, das baden-württembergische
Umwelt- und Verkehrsministerium und andere. Grundlage der Untersuchung, wie sich der Nahverkehr im Südschwarzwald
verbessern lässt, war eine mehrstufige Befragung der Bevölkerung zu Mobilitätsbedürfnissen, zur Akzeptanz
unterschiedlicher Verkehrsmittel und zu potenziellen Nutzungshemmnissen. Daraus entwickelten die
WissenschaftlerInnen zielgruppenspezifisch neue Angebote.
Mit Start am 11. März 2004 wird jetzt in den Hotzenwaldgemeinden Rickenbach, Herrischried und Görwihl die
Umsetzung des neuen Bussystems „Hotzenflex“ erprobt, das es in dieser Form noch nicht gibt. Feste
Linienbestandteile zwischen den drei Kerngemeinden werden mit flexiblen, nachfragegesteuerten Linienwegen
kombiniert, die eine zuverlässige ÖPNV-Versorgung bis in die abgelegenen Ortsteile hinein gewährleisten. Neue
Car-Sharing-Angebote werden vom Kooperationspartner Freiburger Auto-Gemeinschaft (FAG) in sechs Gemeinden und
Städten des ländlichen Untersuchungsraumes umgesetzt. Eine gruppenspezifische Marketingkampagne begleitet die
Einführungsphase und spricht gezielt einzelne Zielgruppen zur Teilnahme an. Neben der einheimischen Bevölkerung
werden über Vereinbarungen mit Hoteliers und Fremdenverkehrseinrichtungen auch Gäste der Region angesprochen.
Auch wenn sie an ihrem Wohnort keine Car-Sharing-Kunden sind, können sie am Urlaubsort über die Hotelvereinbarung
ein Gemeinschaftsfahrzeug reservieren. Die bestehenden und die neuen Mobilitätsangebote müssen den Bewohnern und
Besuchern aktiv vermittelt werden. Dazu eignen sich bestimmte Bahnhöfe in der Region, die zu Mobilitätszentralen
umgestaltet und mit Beratungs- und Betreuungspersonal besetzt werden, sowie einen Fahrkartenverkauf anbieten. Je
nach Standort finden sich dort weitere ortsspezifische Angebote.
Die zehn Projektverbünde, die bundesweit den Forschungsschwerpunkt „Personennahverkehr für die
Region“ am BMBF bilden, bearbeiten die Kernfrage, wie sich der Nahverkehr in ländlichen Regionen verbessern
lässt, jeweils aus einem anderen thematischen Blickwinkel. Sie treffen sich regelmäßig dreimal im Jahr zum
Erfahrungsaustausch und bearbeiten projektübergreifende Themen in acht Arbeitskreisen. Am Dienstag, 2. und
Mittwoch, 3. März ist NahviS in Bad Säckingen Gastgeber des Forschungsschwerpunktes. Da sich einige Projekte
bereits im Abschluss befinden, wird auch die abschließende Präsentation des Forschungsschwerpunktes und eine
zusammenfassende Bewertung von Rahmenbedingungen zur Umsetzung neuer Nahverkehrsangebote im ländlichen Raum
vorbereitet. Der BMBF-Schwerpunkt wird seine Ergebnisse mit einer Veranstaltung im Herbst 2004 in Berlin
präsentieren.
Aus Anlass der Arbeitskreissitzung wird eine Pressekonferenz in Anwesenheit der Vertreter des
Bundesforschungsministeriums und des Projektträgers TÜV-Akademie Rheinland den Bezug des Verbundprojektes NahviS
zum Forschungsschwerpunkt darstellen. Außerdem wird der „Hotzenflex“ der Presse vorgestellt und
während einer Rundfahrt getestet. In der darauf folgenden Woche wird er dann seinen regulären Betrieb aufnehmen.
Aktuelle Informationen zum Projektverbund NahviS sind auf der Homepage unter www.nahvis-schwarzwald.de zu finden. wl
Ansprechpartner:
Willi Loose
Öko-Institut e.V. Freiburg
Arbeitsfeld Verkehr
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Nachhaltiges Bauen und Wohnen in Deutschland – eine zukunftsfähige Perspektive
Neue Studie zeigt: Bis 2025 könnte die tägliche Flächeninanspruchnahme um 80 Prozent gesenkt werden
Geht es darum, in Deutschland eine nachhaltige Entwicklung voran zu treiben, so spielt der Bereich Bauen und Wohnen eine zentrale Rolle, nicht nur unter ökologischen, sondern auch unter volkswirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Aspekten. Dass ressourcenschonendes Bauen und Wohnen kein Wunschdenken bleiben muss, sondern eine realistische Perspektive ist, zeigt eine neue Studie, die das Öko-Institut e.V. zusammen mit dem Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. Dresden und der Technischen Universität Dresden im Auftrag des Umweltbundesamtes jetzt abgeschlossen hat. Ergebnisse des Nachhaltigkeitsszenarios: Die tägliche Flächeninanspruchnahme nimmt bis zum Jahr 2025 um 80 Prozent ab, die Emissionen von Treibhausgasen um über 50 Prozent. Um diese und weitere Umweltentlastungspotenziale zu nutzen, müssen politische Maßnahmen verstärkt darauf zielen, den vorhandenen Wohnungsbestand zu erhalten und aufzuwerten.
Die entscheidenden Fragen für eine nachhaltige Entwicklung in Bereich Bauen und Wohnen sind: Wie kann den
Menschen quantitativ und qualitativ angemessener Wohnraum geboten werden? Wie kann der anhaltende
Flächenverbrauch vermindert werden? Wie kann man den Zielen des Klimaschutzes Rechnung tragen und wie lässt sich
der enorme Verbrauch nicht erneuerbarer Rohstoffe wie Kies, Sand oder Ton verringern?
Um diese Fragen zu beantworten, haben die Wissenschaftler unter Einsatz des Analyseinstruments BASiS, einer vom
Öko-Institut e.V. entwickelten Software mit eigener Datenbank, zunächst den aktuellen Wohnungsbestand in
Deutschland im Ausgangsjahr 2000 analysiert, strukturiert und auf dieser Datengrundlage zwei Szenarien
entwickelt. In beiden wird unter verschiedenen Annahmen dargestellt, wie sich der Wohnungsbestand in Deutschland
über den Zeitraum von 2001 bis 2025 entwickelt, welche Neubau-, Erhaltungs- und Modernisierungsprozesse ablaufen
werden und wie sich diese auf die Umwelt auswirken. Dabei fließt ein neuer, unter Ressourcen- und
Flächengesichtspunkten wichtiger Aspekt in die Stoffstromberechnungen des Öko-Instituts e.V. mit ein: die
technische Infrastruktur wie beispielsweise Wohnstraßen oder Ver- und Entsorgungsleitungen.
Während das Referenzszenario davon ausgeht, dass sich bisherige Trends im Bereich Bauen und Wohnen unverändert
fortsetzen, liegt dem Nachhaltigkeitsszenario die Annahme zugrunde, dass nachhaltiges Bauen und Wohnen einen
hohen Stellenwert in der Gesellschaft einnimmt und sich die Rahmenbedingungen in diesem Sinne entscheidend
verändern. Um die Szenarien auf breiter fachlicher Basis zu entwickeln, bezogen die Wissenschaftler Vertreter
verschiedener politischer Ressorts der Bundes- und Landesebene, Naturschutzverbände, Wirtschaftsakteure,
Architekten, Planer und Gewerkschaftsvertreter in die Abstimmungen mit ein.
Der Vergleich beider Szenarien zeigt: Nachhaltiges Bauen und Wohnen weist große Umweltentlastungspotenziale auf.
Die Ergebnisse machen deutlich, in welche Richtung die Weichen gestellt werden müssen, um diese Potenziale zu
nutzen. Dem Trend zur Suburbanisierung verbunden mit Stadtflucht muss mit einer verstärkten Stadtinnenentwicklung
und Revitalisierung begegnet werden. Der Fokus darf dabei nicht nur auf der Nachverdichtung und der Nutzung von
Brachflächen liegen. Politische Maßnahmen müssen künftig auch verstärkt darauf zielen, vorhandenen
Wohnungsbestand zu erhalten und aufzuwerten, um den Neubau auf der grünen Wiese zu verringern.
Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Nachhaltiges Bauen und Wohnen ist nicht gleichzusetzen mit Genügsamkeit oder
Verzicht, sondern würde den Wohnungsbestand und die Gebäudequalität in Deutschland insgesamt erheblich
verbessern. Ebenso steigt im Nachhaltigkeitsszenario die Wohnfläche pro Kopf von rund 40 Quadratmetern im
Referenzjahr 2000 auf 47 Quadratmeter im Jahr 2025 – und damit nur unwesentlich weniger als im
Referenzszenario.
Die Empfehlungen der Wissenschaftler, um eine nachhaltige Entwicklung im Bereich Bauen und Wohnen voran zu
treiben, reichen von einer Änderung der Wohnungsbauförderung über eine ökologisch ausgerichtete Reform der
Grunderwerbssteuer bis hin zu Marketingkampagnen für den Einsatz von Biomasse, Holz oder Nah- und Fernwärme. Um
möglichst viele Multiplikatoren dafür zu gewinnen, notwendige Maßnahmen einzuleiten, die nachhaltiges Bauen und
Wohnen in Deutschland fördern, werden die Projektpartner und das Umweltbundesamt die Ergebnisse der Studie
intensiv in Fachkreisen verbreiten. kk
Stoffflussbezogene Bausteine für ein nationales Konzept der nachhaltigen Entwicklung – Verknüpfung des
Bereichs „Bauen und Wohnen“ mit dem komplementären Bereich „Öffentliche
Infrastruktur“
Buchert, M., Fritsche U., Jenseit, W., Rausch, L., Deilmann, C., Schiller, G., Siedentop, S. & A. Lipkow;
2003.
(Auftraggeber: Umweltbundesamt)
Die Forschungsarbeit wird in Kürze in der Reihe UBA-Texte veröffentlicht.
Ansprechpartner:
Projektleiter Dr. Matthias
Buchert
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Green Goal – neue Impulse für die Umwelt in der WM-Stadt Kaiserslautern
Öko-Institut e.V. stellt WM-Umweltkonzept im Bürger-Workshop vor
Unter den zwölf Austragungsorten der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat Kaiserslautern als erstes das Thema „Green Goal“ aufgegriffen und seinen Bürgern näher gebracht. Die Stadt versteht das sportliche Megaevent nämlich nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern auch als Chance, die nachhaltige Entwicklung der Region zu fördern. Das Kaiserslauterer WM-Büro und das Referat Umweltschutz hatten daher Bürger, Verbände, Vereine und Institutionen zu einen Workshop geladen, um sich aktiv in die Planung der WM in ihrer Stadt einzubringen. 120 Teilnehmer waren dieser Einladung gefolgt. Christian Hochfeld und Dr. Hartmut Stahl vom Öko-Institut e.V. konnten in einem von drei Arbeitskreisen für eine umweltfreundliche FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 werben und erläuterten Green Goal, das vom Organisationskomitee (OK) der WM 2006 (http://fifaworldcup.yahoo.com) initiierte Umweltkonzept. Das OK wird bei der Entwicklung und Umsetzung von Green Goal vom Öko-Institut e.V. beraten.
Erste Ergebnisse der Diskussion: Die Kaiserslauterer Bürgerinnen und Bürger haben einen Schwerpunkt auf
umweltfreundliche Mobilität mit Bus und Bahn und auf Kampagnen für den Umweltschutz gesetzt. Angeregt wurde der
Einsatz von Fahrzeugen, die mit alternativen Kraftstoffen wie Erdgas oder Wasserstoff betrieben werden. Auch die
stärkere Vernetzung des öffentlichen Verkehrs lokal, regional und national und insbesondere die Förderung des
Verbundes Schiene und Bus wurde gefordert. Weitere Ideen waren eine umweltfreundlichere Gestaltung des Park-
& Ride-Systems und die Einrichtung einer „Umwelt-Payback-Karte“, mit der Bürger Punkte für
umweltfreundliches Verhalten sammeln könnten. Sehr positiv werten die Projektberater des Öko-Instituts e.V. die
Umstellung auf Pfand-Mehrwegbecher beim Catering im Kaiserlauterer Stadion. Denn ein festgeschriebenes Ziel des
WM-Umweltkonzepts heißt: Zur Reduzierung der Abfallmengen werden möglichst verpackungsfreie Systeme
beziehungsweise Mehrwegsysteme genutzt.
Der Kaiserslauterer Workshop war eine Auftaktveranstaltung, um den Prozess für eine nachhaltige Konzeption der
Fußball-WM in der Stadt in Gang zu bringen. Weitere Workshops werden folgen, verspricht die Stadt, in denen auch
spezielle Zielgruppen wie Einzelhandel, Gaststättengewerbe oder Taxiunternehmen mit eingebunden werden
sollen.
„Das Interesse am Projekt Green Goal war sehr groß und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zeigten ein
großes kreatives Potenzial“, resümieren Dr. Hartmut Stahl und Christian Hochfeld zufrieden, „wir
hoffen, dass solche Veranstaltungen auch in anderen WM-Städten organisiert werden.“ kk
Ansprechpartner:
Dr. Hartmut Stahl
Christian Hochfeld
Öko-Institut e.V.
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Endlagerung im Ton: Eine durchaus beachtenswerte Alternative zu Salz
Dreitägige Konferenz mit Workshop im Untertagelabor URF Hades in Belgien
Bis heute sind weltweit etwa 200 000 Tonnen abgebrannte Brennelemente allein aus zivilen Kernkraftwerken angefallen. Diese gilt es in den nächsten Jahrzehnten sicher in tiefen geologischen Formationen endzulagern. Nach teilweise enttäuschenden Erfahrungen mit anderen möglichen Wirtsgesteinen wird zunehmend auch Ton ins Auge gefasst. Unter welchen Bedingungen die Endlagerung im Ton möglich ist, untersuchen WissenschaftlerInnen in verschiedenen Untertagelabors in der Schweiz, in Frankreich und in Belgien. Einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung verschaffte sich jetzt Eva Hartmann, Expertin für Nukleartechnik & Anlagensicherheit am Öko-Institut e.V., im Rahmen einer Konferenz mit Workshop Ende Januar in der Underground Research Facility (URF) Hades, dem belgischen Untertagelabor in Mol. Ihr Fazit: Obwohl bereits seit rund 25 Jahren geforscht wird, sind nach wie vor Fragen offen. Und sollte Deutschland doch erwägen, auch in Tonformationen endzulagern - eine durchaus beachtenswerte Alternative zu Salz - gäbe es einen erheblichen Nachholbedarf in der Forschung.
Im Rahmen der Konferenz und des Workshops entwickelten WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt Vorschläge und
Ideen für neue Experimente, die in den nächsten Jahren in der URF Hades realisiert werden könnten,
um weitere Antworten auf noch ungeklärte Fragen zu erhalten. Der große Vorteil eines Untertagelabors: Die
Untersuchungen können in realistischer Umgebung und im natürlichen Größenmaßstab umgesetzt werden. Während in den
ersten Jahrzehnten der Ton in der URF Hades stärker unter gebirgsmechanischen Gesichtspunkten beim Auffahren von
Schächten und Strecken beobachtet wurde, soll im Rahmen des Forschungsprogramms „PRACLAY“ nun in den
nächsten Jahren und Jahrzehnten die Einlagerung von radioaktiven Abfällen nachgebildet und untersucht werden,
etwa welche Auswirkungen die Wärmeabgabe der radioaktiven Abfälle auf den umgebenden Ton hat oder wie sich die
Durchlässigkeit des Tons unter bestimmten Bedingungen entwickelt. Außerdem beschäftigt sich das
Forschungsprogramm mit der Frage, wie ein Endlager im Ton verfüllt werden könnte.
Im Gegensatz zu Belgien liegt in Deutschland der Schwerpunkt der Forschung bisher auf einer möglichen Endlagerung
in Salz. Der interdisziplinäre Arbeitskreis „Auswahlverfahren Endlagerstandorte“ , in dem auch das Öko-Institut e.V. aktiv war, hat
jedoch ein Verfahren entwickelt, das schrittweise nach dem bestgeeigneten Standort für ein Endlager sucht und
nach dem auch eine Endlagerung in Ton in Betracht kommen könnte. Die Einschätzung von Eva Hartmann, Expertin für
Endlagerung am Öko-Institut e.V.: „Die Suche nach dem bestgeeigneten Standort kann nur ein ergebnisoffener
Prozess sein, ohne Vorfestlegung auf ein bestimmtes Endlagergestein. Bisher hat man sich in Deutschland auf Salz
konzentriert. Es sind jedoch verschiedene Wirtsgesteine für die Endlagerung denkbar – jedes für sich hat
seine spezifischen Vor- und Nachteile. Sollte sich herausstellen, dass in Deutschland neben Salz auch bestimmte
Tonformationen für die Endlagerung in Erwägung zu ziehen sind, haben wir einen ziemlichen Nachholbedarf, was den
Stand der Forschung in Ton im internationalen Vergleich betrifft. Allerdings könnten wir sicher von den
Forschungsergebnissen in anderen Ländern profitieren.“ kk
Ansprechpartnerin:
Eva Hartmann
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Entsorgungskonvention: Positive Bilanz der ersten Überprüfungskonferenz in Wien
Guter Weg zu einheitlichen Sicherheitsstandards bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle / Austausch dürfte kritischer werden
International mehr Transparenz bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle soll das „Gemeinsame Übereinkommen über die Sicherheit der Behandlung abgebrannter Brennelemente und über die Sicherheit der Behandlung radioaktiver Abfälle“, kurz die so genannte Entsorgungskonvention, bringen, die bisher von 42 Ländern der Erde signiert wurde. Kern des Übereinkommens: Es soll über die Entsorgungssituation für radioaktive Abfälle in den Ländern informieren, Defizite und nationalen Handlungsbedarf aufzeigen, Sicherheitsstandards vereinheitlichen, überprüfbar machen und dafür Sorge tragen, dass diese schließlich in allen Ländern umgesetzt werden können. Die beteiligten Nationen sind daher aufgerufen, ihre Entsorgungssituation in Staatenberichten darzustellen und dazu kritische Fragen der anderen Länder zu beantworten. An diesem Prozess sind auf deutscher Seite auch ExpertInnen für Nukleartechnik & Anlagensicherheit des Öko-Instituts e.V. beteiligt. Positive Bilanz ziehen sie von der ersten Überprüfungskonferenz in Wien. Allerdings: Künftig dürfte die internationale Diskussion durchaus kritischer werden.
Deutschland gehört zu den 33 Staaten, die die Entsorgungskonvention bislang ratifiziert haben (Stand August
2003). Das Übereinkommen ist seit 2001 in Kraft und sieht vor, dass die nationalen Staatenberichte alle drei
Jahre während einer Überprüfungskonferenz von allen beteiligten Nationen diskutiert werden. Erstmals Rechenschaft
ablegen über ihre nationale Entsorgungssituation mussten die Länder jetzt in Wien. Eine positive Bilanz zieht
Simone Mohr, Expertin für Nukleartechnik & Anlagensicherheit am Öko-Institut e.V., die mit weiteren
WissenschaftlerInnen des Instituts in Wien dabei war und auch einen Teil des Deutschen Berichts präsentiert hat:
„Prinzipiell ist es gut zu heißen, dass BehördenvertreterInnen und WissenschaftlerInnen vieler Länder
bereit sind, Transparenz in dieses Thema zu bringen. Die erste Überprüfungskonferenz war ein gutes Forum, sich
einen Überblick über den Stand der Entsorgung der anderen Länder zu verschaffen, zu sehen, wo welches Land die
Schwerpunkte setzt und wo im Vergleich das eigene Land steht.“
Gewisse Defizite sieht Simone Mohr in der Präsentation der einzelnen Berichte. „Hier muss man sich noch
angleichen“, stellt sie fest. Positiv sei auf jeden Fall, dass auch nach den jeweiligen
Länderpräsentationen die Möglichkeit bestand, Fragen zum Thema zu stellen und darauf direkt Antwort zu erhalten
– wenngleich der Austausch und die Diskussion noch sehr diplomatisch verlaufen seien. Geht es nach Simone
Mohr, könnte sich dieser Austausch in Zukunft durchaus kritischer entwickeln: „Alle Beteiligten sollten
lernen, die eigenen Probleme und die der anderen Länder offener anzusprechen. Absolut wünschenswert wäre es, wenn
sich der Kreis der beteiligten Nationen erweitern und Länder wie Russland oder auch China ebenfalls der
Konvention beitreten beziehungsweise sie ratifizieren würden.“ Weitere Informationen zum Thema können unter
www.iaea.or.at oder unter www.bmu.de/files/behandlung_brenn.pdf nachgelesen werden. kk
Ansprechpartnerinnen:
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Beate
Kallenbach-Herbert
Simone Mohr
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zwischenlager: Erstmals umfangreiches Grundwasser-Monitoring
Öko-Institut e.V. entwickelt anspruchsvolle Auflagenvorschläge zum Schutz der Umwelt
Noch vor Jahreswechsel ging die Nachricht durch die Medien: Alle in Deutschland beantragten
Standort-Zwischenlager für die Lagerung abgebrannter Brennelemente aus dem Betrieb von Kernkraftwerken sind
atomrechtlich genehmigt. Der Erlaubnis gingen aufwändige Genehmigungsverfahren voraus, in deren Rahmen das
Öko-Institut e.V. – als Gutachter vom Bundesamt für Strahlenschutz beauftragt – mögliche negative
Umweltauswirkungen beleuchtet und Empfehlungen zur Prävention ausgesprochen hat. Die Auflagenvorschläge wurden
weitestgehend in die Genehmigungen übernommen. Damit ist sichergestellt, dass bestehende Rechtsnormen zum Schutz
von Gesundheit und Umwelt anspruchsvoll angewendet werden, auch im Sinne des Vorsorgegedankens. Die darüber
hinaus in den Gutachten des Instituts ausgeführten Hinweise zur Vorsorge gegen negative Umweltauswirkungen gehen
teilweise erheblich über bestehende gesetzliche Verpflichtungen hinaus.
Jährlich fallen in Deutschland rund 500 Tonnen abgebrannte Brennelemente aus dem Betrieb oder der Stilllegung von
Kernkraftwerken an. Diese wurden bisher in Anlagen Englands und Frankreichs wiederaufgearbeitet. Ein Prozess, bei
dem große Mengen hochradioaktiver Abfälle entstehen. Hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung und
abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken in Deutschland, die nicht zur Wiederaufarbeitung kamen, wurden
bislang in die zentralen Zwischenlager nach Gorleben oder Ahaus transportiert. Im Juni 2000 hat sich die
Bundesregierung mit den Betreibern der Kernkraftwerke darauf geeinigt, auf die Wiederaufbereitung abgebrannter
Brennelemente in Großbritannien und Frankreich ab Juli 2005 zu verzichten.
Stattdessen sollen bestrahlte Brennelemente jetzt zeitlich befristet – auf maximal 40 Jahre – in
dezentralen oberirdischen Zwischenlagern bis zu einer späteren Endlagerung in tiefen geologischen Formationen
aufbewahrt werden. Die dezentralen Zwischenlager sind an den Standorten der Kernkraftwerke vorgesehen und können
auch nach deren Stilllegung unabhängig von diesen betrieben werden. Durch die dezentrale Zwischenlagerung werden
die Transporte abgebrannter Brennelemente und die damit verbundenen Risiken erheblich verringert. Um die Zeit bis
zur Fertigstellung dezentraler Zwischenlager an den Standorten zu überbrücken, an denen die Abklingbecken, die
innerhalb der Kernkraftwerke zur vorübergehenden Lagerung abgebrannter Brennelemente dienen, fast voll sind,
beantragten Kernkraftwerksbetreiber außerdem fünf so genannte Interimslager. Darin sollen abgebrannte
Brennelemente für einen auf sechs bis acht Jahre befristeten Zeitraum in Transport- und Lagerbehältern aufbewahrt
werden, bis sie in das Zwischenlager überführt werden können. Sowohl Zwischenlager als auch Interimslager
unterliegen einem bau- und einem atomrechtlichen Genehmigungsverfahren.
Im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz hat das Öko-Institut e.V. für alle Interims- und
Standort-Zwischenlager, für die im Rahmen des bau- und atomrechtlichen Genehmigungsverfahren eine
Umweltverträglichkeitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben war (insgesamt 15 Verfahren an elf Standorten), in einem
interdisziplinären Projekt mögliche Auswirkungen des Baus und Betriebs der Zwischenlager auf die Umwelt
beleuchtet. Dazu haben Experten des Öko-Instituts e.V. für Umweltrecht, Nukleartechnik & Anlagensicherheit
und Infrastruktur & Unternehmen umfangreiche Kriterien zusammengestellt, anhand derer die zu erwartenden
Auswirkungen infolge radioaktiver Strahlung und Stoffe sowie konventioneller Eingriffe, zum Beispiel durch
Schadstoffe, Lärm oder Wärmeabgabe der Behälter, bewertet wurden. Die WissenschaftlerInnen berücksichtigten dabei
auch rechtliche Aspekte.
Die Ergebnisse des Öko-Instituts e.V. haben sowohl in die atomrechtlichen als auch in die baurechtlichen
Genehmigungen Eingang gefunden. Die WissenschaftlerInnen kommen zu dem Schluss, dass von den
Standort-Zwischenlagern keine nachteiligen radiologischen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt ausgehen. Um die
Strahlenexposition, der die Beschäftigten ausgesetzt sind, zu minimieren, hat das Institut verschiedene Maßnahmen
vorgeschlagen. Dringend notwendig waren aus Sicht des Instituts Maßnahmen, um Lärmemissionen zu mindern und das
Grundwasser zu schützen. Die entwickelten Auflagen sind anspruchsvoll auch im Sinne einer Vorsorge vor negativen
Auswirkungen auf die Umwelt.
So wurde zum Beispiel in einzelnen Verfahren die Auflagenempfehlung aufgegriffen, Lärmminderungsprogramme
umzusetzen. Dies war vor allem zum Schutz der Fauna, insbesondere wertvoller Vogelbestände erforderlich, die in
den – häufig als FFH- oder Vogelschutzgebiete ausgewiesenen – Uferlandschaften der
Kraftwerksstandorte brüten. Die WissenschaftlerInnen haben erstmals auch den Wärmeeintrag in den Untergrund und
in das Grundwasser thematisiert – ein Aspekt, der in bisherigen Genehmigungsverfahren kaum berücksichtigt
wurde und zu dem nun in Zukunft erstmals zuverlässige Erkenntnisse vorliegen: Mit einem umfangreichen
Monitoringsystem können an allen Standorten Veränderungen der biologischen und chemischen Eigenschaften des
Grundwassers frühzeitig erkannt und gegebenenfalls notwendige Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Weitere
Informationen zum Thema auf www.bfs.de.
kk
AnsprechpartnerInnen:
Öko-Institut e.V., Darmstadt
Beate
Kallenbach-Herbert
Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Mathias Sering
Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Regine Barth
Bereich Umweltrecht
Günter Dehoust
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ernährungswende – Strategien für eine nachhaltige Ernährung
Neues Diskussionspapier wird Mitte Februar veröffentlicht
Strategien für eine nachhaltige Ernährung – das ist das Ziel des Forschungsvorhabens
„Ernährungswende“, eines Verbundvorhabens des Forschungsverbundes Ökoforum unter der Leitung des
Öko-Instituts e.V.. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des
sozial-ökologischen Forschungsprogramms gefördert. Mitte Februar veröffentlichen die ExpertInnen jetzt das
Diskussionspapier „Umwelt-Ernährung-Gesundheit: Beschreibung der Dynamiken eines gesellschaftlichen
Handlungsfeldes“.
Das Diskussionspapier beschreibt Entwicklungen im gesellschaftlichen Handlungsfeld Umwelt-Ernährung-Gesundheit
mit dem Fokus auf Ernährung in Deutschland und kann als pdf-Datei unter http://www.ernaehrungswende.de heruntergeladen werden. ue
Ansprechpartnerin:
Dr. Ulrike Eberle
Öko-Institut e.V.
Bereich Produkte & Stoffströme
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Nachhaltige Altersvorsorge: Wegweiser durch den Informationsdschungel
Öko-Institut e.V. liefert Überblick über 14 alternative „Riester-Renten“
Die Rente privat sichern und dabei auf ökologische, soziale und ethische Kriterien achten – das geht. Nur:
Wie kommt der Interessent an die Informationen über die alternative „Riester Rente“? Dazu liefert das
Öko-Institut e.V. nun einen Überblick. In der neuen Studie „Private Altersvorsorge – auf dem Weg zur
Nachhaltigkeit?“ stellen WissenschaftlerInnen 14 nachhaltige Altersvorsorgeprodukte mit staatlicher
Förderung sowie weitere Möglichkeiten zur nachhaltigen Gestaltung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge
vor.
Solche Angebote gibt es auf dem Markt nämlich durchaus, nur findet sie der potenzielle Anleger kaum. Grund: Die
Anbieter vermarkten die Nachhaltigkeitsaspekte häufig sehr zurückhaltend. Eine weitere Hürde ist, dass der Laie
zudem die Qualität der Anlagenform nur schlecht beurteilen kann. „Es gibt zu wenige Informationen über die
Nachhaltigkeit der Produkte, diese sind zu kompliziert aufbereitet und damit nicht zu durchschauen“, sagt
Kathrin Graulich, Projektleiterin am Öko-Institut e.V.. Fazit der Studie: Ein einheitliches Label für nachhaltige
Rentenprodukte könnte für den Verbraucher eine Hilfe sein. Denn es würde für mehr Transparenz sorgen und eine
festgelegte Mindestqualität sichern. Und damit dem Anleger die Qual der Wahl erleichtern. Die Studie kann
kostenlos abgerufen werden:
Private
Altersvorsorge – auf dem Weg zur Nachhaltigkeit?
Graulich, K.; Schmitt, B.; Grießhammer, R. & C. Hochfeld; 2003
(Spendenprojekt Öko-Institut e.V.)
Ansprechpartnerin:
Kathrin Graulich
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Elektronische Infomappe zum Emissionshandel
Kostenloser Service für Journalisten und Fachleute
Spätestens seit dem heißen Sommer 2003 ist der Begriff „Klimawandel“ in aller Munde. Doch was hat es
mit den Treibhausgasen eigentlich wirklich auf sich? Und was verstehen die Energie-Experten unter
Emissionshandel? Für das Öko-Institut e.V. gehört der Klimaschutz schon seit vielen Jahren zu einer der
vordringlichen Aufgaben. In nationalen und internationalen Projekten beschäftigen sich die wissenschaftlichen
MitarbeiterInnen beispielsweise mit dem Emissionshandel oder dem so genannten „Nationalen
Allokationsplan“. In einer elektronischen Mappe hat das Institut nun alle wichtigen Informationen zu dem
Thema zusammengestellt.
Dazu gehören das Einmaleins des Emissionshandels, ein Glossar mit wichtigen Fachbegriffen sowie eine ausführliche
Übersicht über die Forschungsarbeit inklusive der bisher veröffentlichten Studien. Die Infomappe richtet sich an
Journalisten und interessierte Fachleute. Die Informationen stehen natürlich kostenlos zum Download zur
Verfügung. cr
Ansprechpartner:
Öko-Institut e.V. Berlin
Bereich Energie & Klimaschutz
Dr. Felix Christian
Matthes
Martin Cames
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Investitionskonferenz zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006
Eigenes Fachforum für das Umweltkonzept „Green Goal“
Deutschland müsse sich in „Bestform“ präsentieren, forderte Wolfgang Clement, Bundeswirtschaftsminister und Schirmherr der „Investitionskonferenz FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006“ am 22. und 23. Januar in Leipzig, zu der das Organisationskomitee (OK) der WM 2006, das Wirtschaftsministerium und der Bundesverband der Deutschen Industrie gemeinsam geladen hatten. Rund 700 KonferenzteilnehmerInnen aus Wirtschaft und Kommunen tauschten sich zu den Investitionschancen und Innovationspotenzialen im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland in den Bereichen der Sport- und Verkehrsinfrastruktur, der Informations- und Kommunikationstechnologien, im Tourismus und Umweltschutz aus. Green Goal, dem Konzept für eine umweltfreundliche WM, das das OK initiiert hat, wurde ein eigenes Forum gewidmet.
Horst R. Schmidt, geschäftsführender Vizepräsident des OK und DFB-Generalsekretär, erläuterte den Stand der
WM-Vorbereitungen und führte auch in „Green Goal“, das Umweltkonzept der Fußball-WM 2006, ein, bei
dessen Konzeption und Umsetzung das Öko-Institut e.V. das OK unterstützt. Anschließend diskutierte Christian
Hochfeld vom Öko-Institut e.V. in einem der zehn thematischen Fachforen mit Vertretern aus Wirtschaft und
Kommunen ausführlich die Potenziale von Investitionen im Bereich des Umweltschutzes für eine nachhaltige
Fußball-WM. Und verdeutlichte, dass viele Investitionen im Bereich des Umweltschutzes nicht nur der Umwelt
nutzen, sondern mittel- und langfristig auch ökonomische Vorteile bringen. „Wir hoffen, dass Green Goal der
Katalysator für einige Investitionsvorhaben ist und sich Deutschland 2006 auch im Bereich der
Umweltschutztechnologien weltmeisterlich präsentieren kann. Wir würden uns freuen, wenn die Investitionskonferenz
einen weiteren Anstoß dazu geben kann“, resümiert Christian Hochfeld das Fachforum. ch
Ansprechpartner:
Christian Hochfeld
Dr. Hartmut Stahl
Öko-Institut e.V.
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
zurück zum Inhaltsverzeichnis
„elni Review“: Internationale Fachzeitschrift für Umweltrecht
Neue Ausgabe 1/2004 jetzt erhältlich
Der Bereich Umweltrecht des Öko-Instituts e.V. gibt als Koordinierungsbüro des internationalen juristischen
Netzwerks elni – dem Environmental Law Network International – zweimal jährlich die in Englisch
erscheinende juristische Zeitschrift „elni Review“ heraus. Die „elni Review“ gehört zu
den wenigen juristischen Publikationen in Deutschland, die sich an UmweltrechtlerInnen aus ganz Europa wendet und
ein breites umweltrechtliches Themengebiet abdeckt.
Themen der aktuellen Ausgabe 1/2004 sind die geplante Europäische Verfassung und die Umwelt, Beteiligungs- und
Informationsrechte nach der Emissionshandels-Richtline, Verbandsklagerechte in Portugal, die Reform der
EU-Fischereipolitik, rechtliche Aspekte der Koexistenz von gentechnisch veränderter sowie konventioneller und
ökologischer Landwirtschaft, rechtliche Faktoren beim Rückgang der Agrobiodiversität sowie das deutsche
Bankengesetz und mögliche Hindernisse beim Handel mit Emissionszertikaten. Ein Probeexemplar kann gegen 7 Euro
über Heike Unruh, elni
Koordinationsbüro im Öko-Institut e.V., Telefon 06151/8191-31 bestellt werden. Weitere Informationen über
Aktivitäten von elni und eine Mitgliedschaft im Netzwerk gibt es auf http://www.oeko.de/elni.
hu/md
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Nachhaltigen Tourismus innovativ vermarkten
Studie zu Zielgruppen und Lebensstilen im Reisemarkt / Präsentation am 15. März in Berlin
Verreisen – aber nicht auf Kosten der Umwelt. Geht das überhaupt? Mit dieser Frage beschäftigen sich WissenschaftlerInnen des Öko-Instituts e.V. in dem Projekt „Innovative Vermarktungskonzepte nachhaltiger Tourismusangebote (INVENT)“. Zusammen mit mehreren Kooperationspartnern entwirft das Institut modellhaft nachhaltige Reisen für den Massenmarkt. Mitte März liegen nun wichtige Zwischenergebnisse vor. So stellen die WissenschaftlerInnen eine repräsentative Untersuchung vor, die Zielgruppen und Lebensstile im Reisemarkt beschreibt.
Der Termin: Montag, 15. März 2004, 13.30 bis 14.30 Uhr, im Internationalen Congress Center (ICC) Berlin, Salon
21, Haupteingang Neue Kantstraße/Ecke Messedamm. Die Veranstaltung findet während der Internationalen
Tourismusbörse (ITB) in Berlin statt.
Neben dem Öko-Institut e.V. gehören die Ameropa-Reisen GmbH, die Deutsche Bahn AG, das Institut für
sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH sowie der Bereich Tourismusmanagement der Universität Lüneburg zu den
Veranstaltern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Mehr Informationen zum
Thema gibt es auf www.invent-tourismus.de.
Ansprechpartner:
Martin Schmied
Öko-Institut e.V. Berlin
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Was isst der Mensch? – Ernährung als neu zu erschließendes Politikfeld
Fachtagung vom 16. bis 18. April in Rehburg-Loccum
Die gegenwärtig gesellschaftlich dominanten Ernährungsweisen verursachen zunehmend erhebliche ökologische und
gesundheitliche Probleme. Im Rahmen der Fachtagung „Was isst der Mensch?“ am Freitag, 16. bis
Sonntag, 18. April in Rehburg-Loccum wird nach geeigneten politischen Ansätzen gesucht, mit deren Hilfe sich
verantwortungsbewusste, gesündere und zugleich ökologisch verträglichere Essgewohnheiten populärer machen lassen.
Zur Diskussion gestellt werden erste Ergebnisse des Forschungsvorhabens „Ernährungswende – Strategien für sozial-ökologische Transformationen im gesellschaftlichen Handlungsfeld Umwelt-Ernährung-Gesundheit“ (www.ernaehrungswende.de), ein Gemeinschaftsprojekt des Öko-Instituts e.V. mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE (Frankfurt), dem Katalyse Institut (Köln) und dem Österreichischen Ökologie Institut (Wien). Veranstalter und Veranstaltungsort ist die Evangelische Akademie Loccum, Münchehäger Straße 6 in 31547 Rehburg-Loccum. Anmeldungen nimmt Andreas Dally, Evangelische Akademie Loccum per E-Mail oder per Post entgegen. Mehr Infos auf www.loccum.de.
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Renewables 2004: Den globalen Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben
Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien vom 1. bis 4. Juni in Bonn
In diesem Jahr ist Deutschland Gastgeber der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien, renewables 2004, vom 1. bis 4. Juni in Bonn. Die Konferenz wurde von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im September 2002 in Johannesburg angekündigt. Die renewables 2004 soll der in Johannesburg angestoßenen Dynamik hin zu einem globalen Ausbau erneuerbarer Energien weitere Impulse verleihen. Außerdem wird sie die Initiative der Koalition gleichgesinnter Länder, die sogenannte „Johannesburg Renewable Energy Coalition (JREC)“ aufgreifen und weiterentwickeln. renewables 2004 wird sich mit der zentralen Frage befassen: Wie kann der Anteil moderner erneuerbarer Energien in Industrie- und Entwicklungsländern deutlich erhöht und wie können deren Vorteile und Potenziale besser genutzt werden?
Insbesondere wird sich die Konferenz den folgenden Themen widmen: der Gestaltung von förderlichen politischen Rahmenbedingungen, die eine Marktentwicklung erneuerbarer Energien ermöglichen, der Stärkung privater und öffentlicher Finanzierung, um eine zuverlässige Nachfrage nach erneuerbaren Energien zu sichern, der Stärkung von „Human and Institutional Capacities“ sowie der Koordinierung und Intensivierung von Forschung und Entwicklung. Veranstalter sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Veranstaltungsort ist das Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (IKBB),Plenarsaal des deutschen Parlaments. Anmeldungen nimmt das Sekretariat der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien, Bonn 2004, Postfach 5180 in 65726 Eschborn unter Telefon +49-(0)6196-794404, per Fax +49-(0)6196-794405 oder per an info@renewables2004.de entgegen.
I M P R E S S U M