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10.08.2004

N E W S L E T T E R - 04/04


N E W S L E T T E R - 04/04

Liebe Leserin und Leser,

Sie wissen es sicher. Die Zahl der Menschen, die das Plus an Flexibilität und Mobilität von WLAN zu schätzen wissen, steigt stetig. Doch wird über mögliche Risiken der drahtlosen Netzwerktechnologie ausreichend informiert und wie steht es mit den Umweltauswirkungen? Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter. Außerdem erfahren Sie, warum Car-Sharing nicht das Marktpotenzial erreicht, das Experten für die gemeinschaftliche Auto-Nutzung errechnet haben, ebenso, wie die neue EcoTopTen-Kampagne für nachhaltige Konkurrenz im Massenmarkt der Produkte sorgen wird. Wir stellen Ihnen PROSA vor, eine bewährte Methode zum Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen, und beschäftigen uns mit der Frage, wie wirksam Corporate Social Responsibility ist. Übrigens: Am Freitag, 8. Oktober lädt das Öko-Institut e.V. zum Tag der offenen Tür ins Darmstädter Büro. Eine informative Lektüre wünscht Ihnen auch diesmal

Ihre Katja Kukatz am 10. August 2004

INHALT

Ö K O - A K T U E L L



Ö K O - K O M P A K T



Ö K O - T I P P



N E W S L E T T E R A R C H I V



I M P R E S S U M


WLAN: Risiko wird ausgeblendet

Neue Studie zeigt: Unabhängige Informationen über drahtlose Netzwerktechnologie fehlen

pic1Sie befinden sich an Bahnhöfen, Universitäten und Flughäfen: öffentliche WLAN-Hotspots. Auch in Privathaushalten wird die drahtlose Netzwerktechnologie zunehmend eingesetzt. Doch WLAN (Wireless Local Area Networks) weist nicht nur Chancen wie größere Flexibilität und Mobilität auf, sondern hat möglicherweise auch Risiken. Die könnten im Bereich der Datensicherheit oder der elektromagnetischen Strahlung liegen. Doch wenn sich VerbraucherInnen über diese Risiken informieren möchten, stoßen sie auf viele Hindernisse. Zu dieser Einschätzung kommt eine neue Studie des Öko-Instituts e.V., die jetzt veröffentlicht wird.

„Es gibt niemanden, der kompakt, allgemeinverständlich und übersichtlich die verschiedenen Aspekte von WLAN neutral beleuchtet“, fasst Kathrin Graulich das Ergebnis der Untersuchung zusammen. Weder konnte die Wissenschaftlerin beispielsweise eine entsprechende Internet-Plattform identifizieren, noch eine Informationsbroschüre finden. Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) des Landes Nordrhein-Westfalen haben sich ExpertInnen des Freiburger Instituts angesehen, wie die Information und Kommunikation zu Chancen und Risiken von WLAN bisher gelaufen ist. Dazu haben sie eine Medienanalyse vorgenommen, wichtige Akteure befragt und anschließend Informationsstrategien entwickelt.

Insgesamt haben die ExpertInnen 88 verschiedene Medien ausgewertet. Dazu gehörten Fach- und Testzeitschriften, Tageszeitungen sowie überregionale Magazine, zudem Informationen von Herstellern und Providern, von bundes- und landesweiten Institutionen sowie Organisationen. Die Auswertung ergab: Das Informationsangebot ist bei den Anbietern von WLAN und bei PC-Zeitschriften am größten. „Unabhängige“ Absender wie Verbraucherorganisationen, staatliche Institutionen oder Nicht-Regierungs-Organisationen informieren bislang wenig über Chancen und Risiken von WLAN. Ein Drittel der Medien berichtet über Aspekte wie Nutzen, Kosten und Datensicherheit. Ein Viertel greift das Thema elektromagnetische Strahlung auf.

Eine nicht-repräsentative Befragung von 28 Institutionen aus den Bereichen Verbraucherschutz, Umwelt, Gesundheit, Kirchen, Kommunen, Schulen und Unternehmen hat gezeigt: Der größte Informationsbedarf liegt im Bereich der Datensicherheit und der elektromagnetischen Strahlung. Diese Informationen werden von unabhängigen Institutionen gewünscht, gleichzeitig sollten aber auch die Anbieter mehr darüber berichten. Zudem wünschen sich die meisten Befragten Immissionsmessungen.

Als Lösung schlagen die WissenschaftlerInnen vor, dass verschiedene Akteure – Anbieter und unabhängige Institutionen – eine gemeinsame inhaltliche Informationsgrundlage erarbeiten. Auf dieser Basis könnte die Öffentlichkeit über eine Internetplattform und eine Broschüre informiert werden. Für Schulen schlagen die WissenschaftlerInnen Informationsveranstaltungen für Eltern sowie Unterrichtseinheiten für Schüler vor, kombiniert mit Immissionsmessungen. Unternehmen könnten mit Schulungen, beispielsweise durch die IHK, umfassend über Chancen und Risiken von WLAN unterrichtet werden.

Die Studie „Sachstandsermittlung zu Information und Kommunikation über Chancen und Risiken neuer Informationstechnologien am Beispiel von WLAN“ ist über die Homepage des Öko-Instituts sowie über die Homepage des MUNLV kostenlos downzuloaden. cr

Ansprechpartnerin:

Kathrin Graulich
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich „Produkte & Stoffströme“

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Umweltauswirkungen von WLAN versus kabelgebundener Netzwerke

Im mittelgroßen Büro verbraucht die drahtlose Variante 40 Prozent weniger Primärenergie als die verkabelte Alternative

WLAN versus LAN – unterscheiden sich drahtlose Local Area Networks in ihren Umweltauswirkungen von kabelgebundenen Alternativen? Dieser Frage hat sich eine Diplomarbeit am Öko-Institut e.V. angenommen und dazu drei verschiedene Netzwerke verglichen, wie sie in der Praxis häufig zur Anwendung kommen: Ein sogenanntes Peer-to-Peer-Netzwerk, bei dem zwei Computer vernetzt werden, ein kleines Netzwerk mit drei Computern, wie es in privaten Haushalten oder kleinen Unternehmen eingerichtet werden könnte, sowie ein mittelgroßes Netzwerk mit 20 Computern zum Beispiel für ein Büro. Während bei den kleinen Netzwerken keine der beiden Varianten eindeutig empfohlen werden kann, schneidet das mittelgroße drahtlose Büronetzwerk besser ab als das verkabelte. Der Aspekt elektromagnetische Strahlung wurde in der Arbeit nicht betrachtet.

Die Arbeit vergleicht die Umweltauswirkungen von 1.000 Netzwerken bei einer Nutzungsdauer von einem Jahr. Die Aufwendungen für die Herstellung wurden entsprechend der Lebensdauer der jeweiligen Geräte zugerechnet. Für die Definition der Nutzungsphase sind typische Nutzungsmuster von Computern in Privathaushalten und in Unternehmen aus der Literatur zugrunde gelegt worden. Die Autorin betrachtet unter anderem den Primärenergiebedarf, die Emission klimarelevanter Gase und die Emission versauernder Substanzen von Herstellung und Nutzung, sowie das Elektronikschrottaufkommen. Mögliche Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung werden in der Arbeit nicht berücksichtigt.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Umweltauswirkungen der beiden kleinen Netzwerke abgesehen vom Elektronikschrottaufkommen praktisch nicht unterscheiden. Hier kann aus ökologischer Sicht keine eindeutige Empfehlung für die eine oder andere Variante gegeben werden. Demgegenüber zeigte sich für das mittelgroße Büronetzwerk ein deutlicher Vorteil für die kabellose Variante: Es verursacht zum Beispiel nur 60 Prozent des Primärenergiebedarfs und der klimarelevanten Emissionen. Bezüglich des Elektronikschrottaufkommens schneidet die kabellose Variante für alle drei Netzwerke erheblich besser ab; im Fall des Büronetzwerks entsteht sogar nur knapp 20 Prozent der Elektronikschrottmenge.

In der Arbeit wurden spezifische Netzwerke untersucht. Aus diesem Grund lassen sich die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf andere Situationen zum Beispiel auf ein Netzwerk mit 30 Computern übertragen. Allerdings gibt es allgemeine Empfehlungen, die sich an die unterschiedlichen beteiligten Akteure richten: Die Hersteller von Endgeräten sollten energieeffiziente Endgeräte mit Aus-Schalter bereitstellen. Netzwerkplaner und -administratoren sollten bei der Auswahl der Geräte (etwa Switches) auf eine dem Bedarf angepasste Dimensionierung und auf Energieeffizienz achten. Nutzer sollten Geräte wie WLAN-Router bei Nichtnutzung vom Stromnetz trennen. dq

Vergleich der signifikanten potenziellen Umweltbelastungen von Netzwerkinfrastrukturen – Eine Gegenüberstellung von Fast Ethernet und WLAN für die Anwendung im Local Area Networking
Hottenroth, H.
Öko-Institut e.V. Freiburg / Technische Universität Berlin, 2004

Ansprechpartnerin:

Dr. Dietlinde Quack
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme

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Car-Sharing: Das Potenzial ist groß, die Zahl der Nutzer aber noch zu klein

Neue Studie zeigt: Maßgeschneiderte Angebote für Kunden und stärkeres Engagement der Kommunen sind wichtige Erfolgskriterien

pic2Ein Marktpotenzial von 2,45 Millionen Kunden errechneten Herbert Baum und Stephan Pesch Mitte der Neunziger Jahre für Car-Sharing in Deutschland. Anfang 2004 sind jedoch nur rund 68.500 Nutzer in Deutschland registriert. Ist das Potenzial zu hoch angesetzt worden? Welche Faktoren hemmen eine raschere Entwicklung und was muss verbessert werden? Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen hat das Öko-Institut e. V. diese Fragen zusammen mit dem Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Bundesverband CarSharing e. V. beantwortet.

Car-Sharing ist eine organisierte Form der gemeinschaftlichen Auto-Nutzung durch mehrere Personen. Es stellt eine ökologisch und wirtschaftlich attraktive Alternative zum eigenen Auto dar. Tatsächlich ist die Zahl der Nutzer laut Angaben des Bundesverbandes CarSharing e. V. innerhalb von sechs Jahren von 1997 bis Anfang 2004 von 19.200 auf 68.500 gestiegen. Trotz dieser Entwicklung bleiben die Zahlen jedoch weit hinter dem 1994 angenommenen Marktpotenzial zurück.

Die größten Probleme sieht Willi Loose, Projektleiter für das Arbeitsfeld Verkehr am Öko-Institut, in der starken emotionalen Verbundenheit der Menschen mit dem eigenen Auto und der mangelnden Bekanntheit von Car-Sharing. Dies zeigt auch das Ergebnis einer repräsentativen bundesweiten Telefonumfrage mit 1000 Personen ab 18 Jahren. „Lediglich 15 Prozent der Befragten bringen Car-Sharing mit einer organisierten Form des Autoteilens in Verbindung“, erläutert Claudia Nobis vom DLR, die die Umfrage ausgewertet hat. Auch auf die Frage, ob es in ihrer eigenen Stadt Car-Sharing gebe, wissen die meisten keine Antwort. Erst mit zunehmendem Bildungsstand, Haushaltseinkommen und Gemeindegröße wachse auch der Bekanntheitsgrad, deckt die Studie auf. Car-Sharing als solches bewerten die Befragten durchweg positiv, „aber nur solange es sie nicht selbst betrifft“, schränkt Projektleiter Willi Loose ein. „Die Bedeutung des eigenen Autos, auch als Statussymbol, ist nach wie vor sehr stark.“ So bevorzugen knapp drei Viertel der Befragten, ein eigenes Auto alleine zu nutzen. In diesem starren Verhalten sehen die ExpertInnen daher auch ein wesentliches Hemmnis für eine raschere Entwicklung des Car-Sharings.

Aus den Ergebnissen der Umfrage ermittelten die WissenschaftlerInnen ein Marktpotenzial von 1,5 bis 2 Millionen möglichen Nutzern in ganz Deutschland. Diese potenziellen Nutzer wohnen in Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern, besitzen den Führerschein, fahren im Jahr maximal 10.000 Kilometer mit dem Auto und benötigen nicht täglich ein Auto. Außerdem bewerten sie Car-Sharing grundsätzlich positiv und stehen auch den öffentlichen Verkehrsmitteln aufgeschlossen gegenüber. Der Großteil des Potenzials – 1,4 Millionen Nutzer – ist in Städten lokalisiert, in denen es heute bereits einen Car-Sharing-Anbieter gibt. Hier müssen durch notwendige qualitative Organisationsentwicklungen und maßgeschneiderte Angebote für Privat- und Geschäftskunden neue Kundengruppen angesprochen werden. Das restliche Potenzial von 0,6 Millionen Nutzern ist durch die kontinuierliche Ausweitung der Car-Sharing-Angebote auf weitere Städte zu erreichen.

Die Studie mündet in Handlungsempfehlungen an die unterschiedlichen Akteure, die maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Car-Sharings haben. An die Adresse des Auftraggebers Bundesverkehrsministerium wird empfohlen, in der Straßenverkehrsordnung die Möglichkeit zu schaffen, wie in den Niederlanden oder in Dänemark reservierte Car-Sharing-Stellplätze im Straßenraum auszuweisen. Dies würde die Wachstumsbedingungen in den dichtbesiedelten und gemischtgenutzten Stadtteilen mit seinem großen urbanen Nutzerpotenzial erheblich verbessern.

Kommunen sollten die in einigen Studien nachgewiesene verkehrsentlastende Funktion des Car-Sharings aufgreifen und Car-Sharing als ergänzendes Verkehrsmittel in den Umweltverbund integrieren. Nach Meinung der WissenschaftlerInnen ist es wichtig, dass Car-Sharing-Organisationen weitere Kooperationen mit Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden eingehen – und umgekehrt Verkehrsunternehmen Car-Sharing-Anbieter als Verbündete anerkennen. Durch gemeinsame Marketingaktivitäten profitieren beide Seiten von zusätzlichen Kunden und der wechselseitigen Bindung bestehender Stammkunden. jd/wl

Bestandsaufnahme und Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Car-Sharing
Loose, W., Mohr M. & C. Nobis
FE-Nr. 77.461/2001
(Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. Nachzulesen ist die Studie als Band V 114 in der Schriftenreihe der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Verkehrstechnik.)

Ansprechpartner:

Projektleiter Willi Loose
Öko-Institut e.V. Freiburg
Arbeitsfeld Verkehr

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EcoTopTen: Nachhaltige Konkurrenz im Massenmarkt der Produkte

Öko-Institut e.V. startet Informations-Kampagne und setzt neue Innovations-Ziele

pic3Nach intensiver Vorbereitung hat das Öko-Institut e.V. grünes Licht für den Start von „EcoTopTen“ bekommen, einer großen Informations-Kampagne für nachhaltigen Konsum und Produkt-Innovationen im Massenmarkt. Rainer Grießhammer, stellvertretender Geschäftsführer und Initiator der EcoTopTen-Kampagne, ist hocherfreut: „Damit werden wir den Massenmarkt beeinflussen. Da werden die zu Recht kaufmüden VerbraucherInnen hellwach.“ Die Kampagne wendet sich an anspruchsvolle KonsumentInnen und bietet professionelle Information und Marktübersicht über Produkte und Dienstleistungen. Im Fokus stehen dabei die EcoTopTen-Produkte. Sie sind qualitativ und technisch hochwertig, haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind selbstverständlich ökologisch. „Und das“ – so Grießhammer – „nehmen wir wörtlich: Öko-Produkte, die überteuert sind oder eine schlechte Qualität haben, sind keine guten Produkte und fallen bei der Bewertung durch.“

EcoTopTen-Produkte müssen sich im Ranking gegen konventionelle Produkte bewähren, die in der Kampagne ebenfalls vorgestellt werden. Das macht Projektleiterin Kathrin Graulich unmissverständlich klar: „Letztendlich entscheiden die VerbraucherInnen – und sonst keiner.“ Bei den Kriterien werden auch soziale Aspekte – etwa die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern – soweit wie möglich einbezogen. Bei komplexen Industrie-Produkten wie etwa Fernsehgeräten oder Computern ist dies aufgrund schlechter Datenlage und ausstehender Zertifizierung derzeit nur beschränkt möglich.

EcoTopTen konzentriert sich auf die für Umweltbelastung und Verbraucherkosten wichtigsten zehn Produktfelder Haus und Wohnung, Mobilität, Lebensmittel, Küche (Kühl- und Gefrierschränke, Spülmaschinen, Herde), Textilien, Waschmaschinen & Wäschetrockner, Computer & Co, Unterhaltungselektronik-Geräte, Grüner Strom und Nachhaltige Geldanlagen. Innerhalb einzelner Produktfelder gibt es zum Teil mehrere Produktgruppen, so beinhaltet das Produktfeld Mobilität die Produktgruppen Auto, Bahncard, Car-Sharing und Fahrräder. Mit ausgewählten Produkten und Dienstleistungen richtet sich die EcoTopTen-Kampagne auch an das Beschaffungswesen der öffentlichen Hand und das von Unternehmen.

Die EcoTopTen-Kampagne wird durch ein Forschungs-Projekt vorbereitet, das im Auftrag des Bundesminsteriums für Bildung und Forschung und in Kooperation mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) bearbeitet wird. Im Rahmen des Projekts haben die WissenschaftlerInnen die zehn wichtigsten Produktfelder bestimmt und Nachhaltigkeits-Aspekte für ausgewählte Produktgruppen analysiert. Bei diesen Nachhaltigkeits-Analysen wird die Methode PROSA, Product Sustainability Assessment, www.PROSA.org eingesetzt, die unter anderem Ökobilanzen, Lebenszykluskostenrechnungen und Konsumforschung beinhaltet. (Mehr zu PROSA lesen Sie auch in diesem Newsletter unter „Produkte und Produktportfolios mit PROSA strategisch analysieren“.)

Aufbauend auf diesen Nachhaltigkeits-Analysen werden Innovationsziele für EcoTopTen-Produkte festgelegt und den Unternehmensverbänden und interessierten Unternehmen vorgestellt. Nach einem festgelegten Zeitraum wird ein Ranking der dann auf dem Markt befindlichen Produkte durchgeführt. Kriterien dafür sind die EcoTopTen-Innovationsziele. Die Ergebnisse der Marktübersicht werden mit der EcoTopTen-Kampagne von 2005 bis 2006 an die Verbraucher kommuniziert. Die Kampagne steht unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Renate Künast und wird vom Bundesminsterium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und von der Stiftung Zukunftserbe finanziert.

Die VerbraucherInnen können sich dabei auch über nachhaltige Nutzungsoptionen, über Ökoeffizienz-Strategien nach dem Motto „Ökologie für den kleinen Geldbeutel“ sowie über Best-Practice-Kampagnen mit ähnlichen Zielen informieren. Die EcoTopTen-Kampagne setzt neben traditionellen Informationsangeboten wie Faltblätter, Internet oder Verbraucherberatung und Medienpartnerschaften vor allem auf neue Elemente wie etwa Wettbewerbe zwischen großen Mitgliederverbänden oder zwischen Kommunen.

Einem möglichen Missverständnis will Rainer Grießhammer von vorne herein begegnen: „EcoTopTen ist weder ein neues Produkt-Siegel noch eine Konkurrenz für bestehende Produktsiegel wie das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Ganz im Gegenteil: Soweit wie möglich beziehen wir bestehende Produkt-Siegel bei den Ranking-Kriterien ein.“

Die EcoTopTen-Kampagne geht im März 2005 in Berlin an die Öffentlichkeit. Dabei werden im ersten Schritt diejenigen Produktgruppen vorgestellt, bei denen es nach Analyse des Öko-Instituts bereits hochwertige EcoTopTen-Produkte gibt. Die Innovations-Ziele für weitere Produktgruppen werden ab Mitte September 2004 veröffentlicht, das Ranking erfolgt je nach Produktgruppe zwölf bis 18 Monate später. Kathrin Graulich ist optimistisch, dass die EcoTopTen-Kampagne ihre Ziele erreicht: „Die Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Innovationen schon in den Schubladen der ProduktentwicklerInnen und Marketingabteilungen liegen – sie warten nur noch auf eine Kampagne wie EcoTopTen!“ Mehr zu EcoTopTen lesen Sie hier. rg

AnsprechpartnerIn:

Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme
Projektleiterin Kathrin Graulich
Dr. Rainer Grießhammer

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Produkte und Produktportfolios mit PROSA strategisch analysieren

Bewährte Methode zum Nachhaltigkeitsmanagement / Neue Homepage: www.PROSA.org

Produkte nachhaltig zu entwickeln und dabei nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und gesellschaftliche Aspekte zu berücksichtigen – das ist eine der zentralen Aufgaben modernen Unternehmensmanagements. PROSA, „Product Sustainability Assessment“, ist eine vom Öko-Institut e.V. entwickelte Methode, um diese Aufgabe zu lösen. PROSA dient der strategischen Analyse von Produktportfolios, Produkten und Dienstleistungen. Die Methode wird auch in der Integrierten Produktpolitik und bei Dialogprozessen eingesetzt. Im gleichnamigen Projekt wird PROSA derzeit methodisch weiterentwickelt und mit vergleichbaren internationalen Ansätzen harmonisiert. Alles, was man zu Methodenstand und Projektergebnissen von PROSA wissen möchte, kann jetzt auf der neuen Projekt-Homepage unter www.PROSA.org nachgelesen werden.

PROSA ist eine in der Praxis bereits bewährte Methode. Die Arbeiten in den einzelnen Phasen von PROSA werden mit Kern-Tools unterstützt. Dabei greift PROSA auf ein Set etablierter Einzel-Tools zurück, die in den meisten großen Unternehmen bereits eingesetzt werden. Die fünf Kern-Tools sind die Produktportfolio-Analyse, Megatrend-Szenarien, Konsumforschung, Ökobilanz und Lebenszykluskostenrechnung. Zwei weitere Kern-Tools, die Socio-Analyse und das Bewertungsmodell ProfitS, sind als Konzept beschrieben und werden im Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms Sozial-ökologische Forschung (SÖF) gefördert wird, noch weiterentwickelt.

Die vom Öko-Institut durchgeführte internationale Synopse von fünfzig Methoden und Konzepten zur Nachhaltigkeitsanalyse von Produkten zeigt vor allem Zweierlei: Erstens wird die soziale Dimension in den Konzepten meist vernachlässigt und zweitens gibt es nur wenige praktisch erprobte Methoden. Obwohl viele Ansätzen formal oder sprachlich Bezug auf die Nachhaltigkeit nehmen, dominiert noch immer die ökologische Dimension – in manchen Fällen kombiniert mit der ökonomischen. Nur wenige Methoden können als „echte“ Nachhaltigkeits-Analysen eingeordnet werden. Dies sind vor allem unternehmensinterne Ansätze, Produkt-Zertifizierungen und Finanzrating. Aber auch hier sind die Analysen der sozialen Dimension auf einem weniger differenzierten und „routinierten“ Level als die Analyse ökologischer oder ökonomischer Aspekte.

Die produktbezogene Lebenswegbetrachtung „von der Wiege bis zur Bahre“ ist mittlerweile weit verbreitet. Ebenso findet die grundsätzliche Frage der Nutzenorientierung in vielen Ansätzen Eingang. Innerhalb der jeweiligen Methoden werden überwiegend „klassische“ Einzeltools eingesetzt wie etwa Markt- und Trendanalyse, Ökobilanz oder Lebenszykluskostenrechung. Die Analyse der gesellschaftlichen Aspekte ist dagegen deutlich unterbelichtet. Für sie gibt es kein eingeführtes Tool. Dies gilt allerdings auch für andere Bereiche wie etwa für die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie, die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen und vergleichbare Systeme wie den Global Compact, im Bereich der Produkt-und Gütesiegel oder dem Finanzrating.

Die Analyse sozialer Aspekte wird – wenn überhaupt – meist entsprechend des Stakeholder-Ansatzes durchgeführt. Dieser kategorisiert die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen nach den jeweils betroffenen Stakeholdern, zum Beispiel Zulieferer, MitarbeiterInnen, KundInnen, die Öffentlichkeit, Konkurrenten oder Aktionäre. Ähnlich ist der Versuch, die sozialen Aspekte den Abschnitten des – ökologischen – Lebenszyklus zuzuordnen und auf diese Weise eine Clusterung zu erreichen. Häufiger findet man jedoch ausschließlich Konsumforschung – was einem sehr beschränkten Stakeholder-Einbezug entspricht – oder Experten-Voten zu fallspezifischen Problemfeldern, den „Issues“. Was aber fehlt, ist eine umfassende und systematische „Sozial-Analyse“ des gesamten Produkt-Lebensweges.

Der wesentliche Weiterentwicklungsbedarf bei Nachhaltigkeits-Analysen und auch bei PROSA besteht also im Einbezug der sozialen Aspekte. Dies wird auch in der Life Cycle Initiative von SETAC und UNEP so gesehen. Hier arbeitet das Öko-Institut in der neugegründeten Task Force „Integration of social aspects into LCA“ mit. rg

Diesen Beitrag können Sie auch auf Englisch nachlesen.

Ansprechpartner:

Dr. Rainer Grießhammer
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme

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Wie wirksam ist Corporate Social Responsibility?

Öko-Institut e.V. untersucht den Beitrag freiwilliger Unternehmensaktivitäten zu Nachhaltigkeitszielen der EU

Vor fünf Jahren rief UN-Generalsekretär Kofi Annan den „Global Compact“ ins Leben. Die Allianz aus Privatunternehmen, der UNEP und Vertretern von Regierungen, Gewerkschaften und NGOs, die sich mit Fragen gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung auseinander setzt, hat seitdem noch an Bedeutung hinzu gewonnen: Gut 200 Wirtschaftsführer der mittlerweile 1700 teilnehmenden Unternehmen diskutierten mit ebenso vielen Regierungsvertretern und internationalen Spezialisten Ende Juni in New York auf dem „Global Compact Leader Summit“ über die Zukunft der gesellschaftlichen Verantwortung des Privatsektors, der „Corporate Social Responsibilty“. Wie wirksam Corporate Social Responsibility als Politikinstrument ist, wird jetzt im Rahmen des EU-Verbundforschungsprojekts „Rhetoric and Realities – Analysing Corporate Social Responsibility in Europe“ (RARE) unter Koordination des Öko-Instituts e.V. untersucht.

Unternehmen, die am „Global Compact“ der UN teilnehmen, verpflichten sich freiwillig, zehn Prinzipien im Bereich der Umwelt, der Menschen- und Arbeitnehmerrechte und seit dem Gipfel auch der Korruptionsbekämpfung einzuhalten. Der „Global Compact“ ist nur ein Beispiel für die zunehmende Bedeutung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen. Die OECD-Leitlinien für Multinationale Unternehmen, die Global Reporting Initiative, soziale und ökologische Investmentfonds und der Einbezug von ‚Stakeholdern’ in Unternehmensentscheidungen sind weitere Initiativen im Zusammenhang mit „Corporate Social Responsibility (CSR)“, die in den letzten Jahren oft auch auf Betreiben der Zivilgesellschaft vorangebracht wurden. Wie wirksam ist Corporate Social Responsibility als Politikinstrument? Dieser Frage widmet sich jetzt ein Forschungsteam aus sieben europäischen Partnern unter Koordination des Öko-Instituts e.V..

Die WissenschaftlerInnen analysieren bestehende Initiativen von Verbänden und Unternehmen in verschiedenen Sektoren – der Ölindustrie, dem Bankensektor sowie in der Fischerei und Fisch verarbeitenden Industrie. Anhand der speziell entwickelten Methode „CSR Impact Assessment“ soll die Rhetorik der Unternehmensverantwortung von ihren tatsächlichen Wirkungen abgegrenzt werden. Die WissenschaftlerInnen versuchen den Beitrag zu bewerten, den die Unternehmen mithilfe von CSR-Maßnahmen leisten, um spezifische politische Ziele der EU in vier Bereichen nachhaltiger Entwicklung – dem Umweltschutz, dem Ressourcenmanagement, der Geschlechtergerechtigkeit und der Korruptionsbekämpfung – umzusetzen. Darüber hinaus wird auch untersucht, welche Auswirkungen CSR-Instrumente in den Unternehmen selbst haben. Dabei geraten unter anderem Unternehmensentwicklung, Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit in den Blick.

Durch vertiefte Fallstudien einzelner Unternehmen wollen die ForscherInnen Erfolgsfaktoren herausfiltern, die Corporate Social Governance in bestimmten Fällen besonders wirkungsvoll macht. Es werden auch kleine und mittlere Unternehmen berücksichtigt. Darüber hinaus befasst sich das Projekt mit der Bedeutung von CSR-Aktivitäten für die Integration der neuen Mitgliedstaaten der EU. Schließlich wird danach gefragt, wie der Beitrag von CSR-Aktivitäten zur Lösung gesellschaftlicher Probleme im Vergleich zu anderen Steuerungsinstrumenten zu bewerten ist.

Ziel des Projekts ist es, die theoretische und angewandte Forschung zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen zusammenzuführen. Es werden verschiedene Konzeptionen und Instrumente der Unternehmensverantwortung einbezogen. Beantwortet werden soll die Frage, in welchen Bereichen gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen sinnvoll übernommen werden kann, welche Bedingungen dafür auf Unternehmensebene förderlich sind und ob ein politischer Rahmen – freiwillig oder regulatorisch – erforderlich ist, um CSR zu einem effektiven Instrument zu machen. Am Ende des Projekts sollen Politikempfehlungen an die EU und nationale Regierungen formuliert werden.

Das Projekt „Rhetoric and Realities – Analysing Corporate Social Responsibility in Europe“ (RARE) wird von der EU im sechsten Forschungsrahmenprogramm unter dem Förderschwerpunkt “Citizens and Governance in a knowledge based society” (CIT2-CT-2004-506043) gefördert. Die Projektpartner des Öko-Instituts sind das Fridtjof Nansen Institute (FNI, Norwegen), das Stockholm Environment Institute (SEI, Schweden), Fondazione Eni Enrico Mattei (FEEM, Italien), die Budapest University of Technology and Economics (BUTE, Ungarn) und das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE, Deutschland) sowie Peter Wilkinson (Großbritannien), Projektberater von Transparency International für die "Business Principles for Countering Bribery". fw

Diesen Beitrag können Sie auch auf Englisch nachlesen.

Ansprechpartnerinnen:

Öko-Institut e.V.
Bereich Umweltrecht
Koordinatorin Regine Barth (Projektleitung)
Franziska Wolff

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Ökologische Beschaffung kann die Umwelt erheblich entlasten

Mit grünem Strom ließen sich rund 24 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen / Evaluations-Tool für Verwaltungen

Von Papier über Busse bis zu Strom reicht der Bedarf deutscher Verwaltungen. Der Einkauf von Kommunen, Städten und Ministerien macht rund zwölf Prozent des deutschen Bruttoinlandprodukts aus. Welche Entlastungseffekte können durch einen Einkauf der öffentlichen Hand nach Umweltschutzkriterien erreicht werden? Was sind reale und wahrgenommene Hemmnisse für eine ökologische öffentliche Beschaffung? Diesen Fragen widmete sich das jetzt abgeschlossene Verbundprojekt „Potenziale Nachhaltiger Beschaffung und Instrumente zu ihrer Umsetzung (NaBesI)“ der TU Dresden, des Öko-Instituts e.V. und des ICLEI Europasekretariats.

Seit mehr als 20 Jahren ist die öffentliche Beschaffung ein Instrument der Umweltpolitik, dennoch gehört sie in den meisten Verwaltungen nicht zum Alltag. Dabei gibt es tatsächliche Hemmnisse für den umweltfreundlichen Einkauf und solche, die von den Beschaffern wahrgenommen werden – unabhängig davon, ob sie real existieren oder nicht. Diese subjektiv wahrgenommenen Hemmnisse identifizierte das Projekt NaBesI mit Hilfe eines Hemmniskatalogs beispielhaft in der deutschen Kommune Stuttgart und einer englischen Kommune. Ergebnis der Untersuchung: Entscheidungsträger in verschiedenen Städten nehmen Hemmnisse unterschiedlich wahr. Diese können daher nicht verallgemeinert und nur vor Ort überwunden werden. Wie? Dazu hat die TU Dresden ein Selbstevaluationstool entwickelt. Verwaltungen können in 14 Schritten den Hemmnisfragebogen von verschiedenen Akteuren ausfüllen lassen, analysieren und erste Strategien ableiten. Die Ergebnisse werden grafisch illustriert und unterstützen die Diskussion in der Verwaltung. Dieses Tool ist online verfügbar unter www.wwil.wiwi.tu-dresden.de/hurdles/.

Ein häufig genanntes Hemmnis ist das Vergaberecht, das nach Ansicht vieler Beschaffungsstellen nicht erlaubt, Umweltkriterien einzubeziehen. Das Öko-Institut führte deshalb eine umfassende Analyse des internationalen, europäischen und deutschen Rechts durch, die diese Auffassung weitgehend widerlegt. Danach können Umweltaspekte in allen Phasen des Beschaffungsverfahrens einbezogen werden. Vorteilhaft ist es, wenn über Umweltanforderungen möglichst früh entschieden wird und diese genau in der Ausschreibung beschrieben werden. Höhere Kosten, die durch Umweltanforderungen entstehen, können transparent gemacht werden, wenn in der Ausschreibung Nebenangebote zugelassen werden. Grundsätzlich muss aber nicht das billigste Angebot gewählt werden. Vor allem sollten die Lebenszykluskosten eines Produkts in die Kostenrechnung einbezogen werden.

NaBesI ermittelte auch Innovationspotenziale des umweltfreundlichen Einkaufs auf Anbieter- und Nachfragerseite. Dazu wurden Entscheidungsträger in allen sächsischen Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern zum Einkauf ausgewählter Produkte und Dienstleistungen wie Informationstechnologie, Möbel, Innenbeleuchtung, Gebäude, Strom oder Reinigung befragt. Das Projektteam analysierte sowohl ökonomische, als auch ökologische Kriterien für den Einkauf. Im Gegenzug untersuchte NaBesI, ob und welche umweltfreundlichen Produkte und Dienstleistungen am Markt angeboten werden. Dabei ergab sich eine differenzierte Marktsituation für verschiedene Produktgruppen. Zum Teil besteht ein erhebliches Innovationspotenzial zum Beispiel im Bereich IT, Beleuchtung und Strom.

Trotz der langjährigen Praxis mit umweltfreundlicher Beschaffung liegen weder für Deutschland noch für ein anderes Land Zahlen über deren Umweltentlastungspotenzial vor. Mit einer eigens entwickelten Methode untersuchte das ICLEI Europasekretariat daher das Umweltentlastungspotenzial für sechs Produkte: Elektrizität, Gebäude, Lebensmittel, Computer, Busse und Sanitäreinrichtungen. Dabei zeigte sich für den Einkauf von Elektrizität und Bauleistungen das größte Umweltentlastungspotenzial. Würden Verwaltungen „grünen Strom“ statt den durchschnittlichen bundesdeutschen Strommix einkaufen, könnten knapp 24 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Voraussetzung ist, dass diese Elektrizität aus zusätzlichen Kapazitäten stammt, wie dies einige Zertifizierungsschemata sicherstellen. Im Gebäudebereich ließen sich durch Verbesserung der Wärmedämmung auf Passivhausstandard etwa 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse entwickelte das Projekt Beschaffungsleitlinien für insgesamt sechs Produktgruppen.

Fazit: Die umweltfreundliche Beschaffung hat ein großes Potenzial, das längst nicht ausgeschöpft ist. Das Instrument braucht den Vergleich mit anderen Instrumenten der Umweltpolitik wie Öko-Steuern und Investitionsförderprogrammen nicht zu scheuen. Es besteht überdies keine Konkurrenz zu diesen Instrumenten, sondern sie können sich gut ergänzen. Umweltfreundliche Beschaffung sollte daher in der Politik den Rang bekommen, der seinem möglichen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung entspricht. Auch innerhalb der Verwaltungen sind viele Verbesserungen möglich. md

Potenziale Nachhaltiger Beschaffung und Instrumente zu ihrer Umsetzung (NaBesI)
Projektteam: TU Dresden, Professur für Betriebswirtschaftslehre, Betriebliche Umweltökonomie (Projektleitung), Local Governments for Sustainability (ICLEI), Freiburg & Öko-Institut e.V. Darmstadt, Bereich Umweltrecht
(Gefördert durch das Bundesministerium für Forschung und Bildung. Die Studie wird in Kürze im Verlag Physica / Springer veröffentlicht.)

Ansprechpartnerin:

Miriam Dross
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Umweltrecht

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Innenansicht: Tag der offenen Tür im Darmstädter Büro

Im „Jahr der Technik“ lässt sich das Öko-Institut e.V. am Freitag, 8. Oktober über die Schulter schauen

Technik ist aus vielen Bereichen unseres Alltags nicht mehr wegzudenken. Um Technik einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen, veranstaltet das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog und dem Deutschen Verband Technisch-Wissenschaftlicher Vereine das Jahr der Technik 2004. Vom 7. bis 10. Oktober steht Darmstadt im Mittelpunkt des Jahres der Technik. Mit einer Mischung aus Information, Aktion und Unterhaltung können neue Einblicke in die Welt der Technik gewonnen werden. Auch das Darmstädter Büro des Öko-Instituts e.V. lädt am Freitag, 8. Oktober von 9 bis 15.30 Uhr zum Tag der offenen Tür.

Über Beamer-Präsentationen, Vorträge und im direkten Gespräch können sich Schülergruppen und interessierte BürgerInnen, aber auch Mitglieder des Öko-Institut im Großraum Darmstadt darüber informieren, wie angewandte Umweltforschung am Öko-Institut funktioniert. WissenschaftlerInnen stehen dabei Rede und Antwort und stellen ausgewählte Projekte des Instituts vor. Zum Beispiel die neue Studie „Bioenergie – Nachwuchs für Deutschland“ oder „Green Goal“, das Umweltkonzept für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Einblick gibt’s aber auch in das Thema Müll oder in die Frage „Kernkraftwerke – Ist sicher sicher genug?“.

Interessierte Gruppen und BürgerInnen melden sich bitte bis zum 24. September beim Öko-Institut e.V. Freiburg, Referat Öffentlichkeit & Kommunikation per E-Mail an Romy Klupsch, per Fax an 0761 / 47 54 37 oder per Telefon unter 0761 / 45295-24. Weitere Informationen zum Jahr der Technik stehen im Internet unter www.jahr-der-technik.de. Eine Übersicht über die Darmstädter Veranstaltungen finden Sie hier.

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Buchtipp: Wireless LANs

Jörg Rech über drahtlose Netzwerktechnologie und deren praktische Umsetzung im Detail

Wer sich intensiv mit der WLAN-Technologie auseinandersetzen möchte, wird mit dem umfassenden Werk „Wireless LANs – 802.11-WLAN-Technologie und praktische Umsetzung im Detail“ von Jörg Rech ausführlich informiert. Das Buch wendet sich in erster Linie an Profis wie technische Projektmanager, Netzwerkingenieure und –administratoren, sowie an Studenten und Auszubildende der Netzwerk- und Informationstechnik.

Der Autor erklärt die wesentlichen Unterschiede zwischen leitungsgebundenen und drahtlosen Netzwerktechnologien und veranschaulicht praxisorientiert die Details der WLAN-Standards für eine konkrete Umsetzung. Ein eigenes Kapitel ist dem Thema Sicherheit gewidmet und setzt detailliert auseinander, welche Angriffe auf ein WLAN-Netzwerk möglich sind und wie man mögliche Gefahren von vorneherein verringern oder ganz ausschließen kann.

Ein separates kleines Kapitel zu Beginn des Buches informiert den Leser über gesundheitliche Aspekte im Zusammenhang mit elektromagnetischer Strahlung. Konkret wird empfohlen, den gesetzlichen Grenzwert um den Faktor Hundert zu unterschreiten, das heißt einen Vorsorgewert einzuhalten. Praktisch kann dies zum Beispiel durch die Einhaltung eines Mindestabstands von 60 Zentimetern zwischen Anwender und WLAN-Adapter geschehen.

Es wäre sinnvoll, diese praktischen Ratschläge weiter hinten im Buch nochmals zu wiederholen, dann nämlich, wenn es um die konkrete Einrichtung von WLANs geht. Dem Praktiker können sie sonst leicht entgehen. An dieser Stelle wären auch Hinweise zur Optimierung von Einrichtung und Nutzung der Netzwerke im Hinblick auf Energieeffizienz wünschenswert. dq

Wireless LANs – 802.11-WLAN-Technologie und praktische Umsetzung im Detail
Rech, J.
(Verlag Heinz Heise 2004, 456 Seiten, 45 Euro)

Ansprechpartnerin:

Dr. Dietlinde Quack
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme

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Buchtipp: Staatlichkeit im Wandel – Aspekte kooperativer Umweltpolitik

Franziska Wolff betrachtet aktuelle Umweltpolitik in Theorie und Praxis

Atomausstieg mit oder gegen die Industrie? Emissionsgrenzwerte oder Zertifikatshandel? Konsens oder Konkurrenz im Umweltföderalismus? Franziska Wolff, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Umweltrecht am Öko-Institut e.V., diskutiert in ihrem jetzt verlegten Buch „Staatlichkeit im Wandel – Aspekte kooperativer Umweltpolitik“ das Für und Wider kooperativer Umweltpolitik unter den sich ändernden Bedingungen nationaler und europäischer Staatlichkeit.

Der Band verknüpft die sozialwissenschaftliche Steuerungsdebatte mit einer Bestandsaufnahme deutscher Umweltpolitik. Im Vordergrund stehen die Veränderungen umweltpolitischen Handelns und der Trend zu Kooperation, Selbstregulierung und Anreizinstrumenten. Dafür wird der Bogen von der historischen Betrachtung über die Diskussion steuerungstheoretischer Ansätze bis ins Hier und Heute der deutschen Umweltpolitik gespannt. Die Autorin untersucht drei Dimensionen kooperativer Umweltpolitik in der Praxis: Formen gesellschaftlicher Beteiligung, Steuerungsinstrumente und die institutionelle Verflechtung von Umweltpolitik „zwischen Biberach und Brüssel“, zwischen Kommune und EU. Den Rahmen dieser umfassenden Governance-Analyse bildet die Auseinandersetzung mit strukturellen Steuerungsbedingungen in der Umweltpolitik, unter die Problemeigenschaften und -ursachen ebenso fallen wie Konfliktstrukturen, Interessen und Diskurse. Nicht zuletzt wird auch das Spannungsverhältnis von kooperativer Umweltpolitik und demokratischer Legitimation angesprochen.

Das Buch bietet Umweltinteressierten und akademischem Publikum gleichermaßen eine aufschlussreiche Lektüre: Unterlegt mit Beispielen verschafft es einen aktuellen Überblick über Inhalte und Strukturen deutscher, teils auch europäischer Umweltpolitik, und führt zugleich in den Stand sozialwissenschaftlicher Umweltforschung ein. Das Buch ist erschienen im Ökom-Verlag (ISBN 3-936581-37-2, 253 Seiten, 18,90 Euro), Waltherstr. 29, 80337 München und kann per E-Mail an kontakt@oekom.de bestellt werden.

Ansprechpartnerin:

Franziska Wolff
Öko-Institut e.V. Berlin
Bereich Umweltrecht

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Empfehlenswerte Webseite: Wise Uranium Project

Ausführliche und fundierte Informationen über die Auswirkungen der Urangewinnung

Als vor einigen Jahren in Rumänien und Spanien Dämme von Bergbauunternehmen brachen und sich mehrere Millionen Tonnen belasteter Aufbereitungsschlämme in die Landschaft und die Flüsse ergossen, erkannte auch die EU-Kommission: Die Auseinandersetzung mit den offenkundig ungenügenden und riskanten Sicherheitsstandards in der europäischen Bergbauindustrie kann nicht länger warten. Schon wesentlich früher erkannte das Dilemma eine NGO und thematisiert es seitdem auf einer Webseite, die man sich aus mehreren Gründen bookmarken sollte: www.antenna.nl/wise/uranium/.

Nicht nur Dammbrüche, das gesamte Spektrum der Auswirkungen der Urangewinnung wird auf der Webseite behandelt. Seien es gesundheitliche Folgen bei der Bevölkerung und bei Beschäftigten, sei es die Entwicklung der Uranbergbauindustrie oder die Verwendung von abgereichertem Uran (DU) in Kriegsmunition: Hier ist alles zum Thema übersichtlich geordnet und stets auf dem neuesten Stand gehalten. Wie einer Webseite mit hohem wissenschaftlich-technischem Niveau angemessen, kommt sie ohne grafisch verzappelten Flash-Firlefanz aus, ist dafür schnell und bietet mit wenigen Mausklicks die gesuchten Informationen.

Leicht verdaulich ist das alles nicht. Dafür kann sich die Webseite rühmen, als eine der wenigen NGO-Projekte in den Favoritenlisten der Uranexperten weltweit auf einem hohem Rang zu stehen. Dazu trägt mit Sicherheit auch bei, dass sich dieses Projekt nicht den in der „Szene“ vorherrschenden Trends hingibt, auf Qualität der Informationen achtet und sich der Themen nach Möglichkeit quantitativ annimmt. Insbesondere beim Thema DU fällt das auf, aber auch bei den zahlreichen schlanken Java-getriebenen Calculatoren.

Empfehlung: Reinschauen und stöbern. Kleiner Tipp: Hier gibt es ein Faksimile der legendären Urschrift von Michael Beleites zum Uranbergbau in der ehemaligen DDR. gs

Ansprechpartner:

Gerhard Schmidt
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit

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Umwelt und Bürokratie: KGV-Rundbrief für mehr Überblick im Planungsrecht

Infos für Kommunen, Bürgerinitiativen und Umweltgruppen / Nächste Ausgabe erscheint im September

Wer in der Bürokratie des technischen Umweltschutzes den Überblick behalten will, wer sich schnell über neue Richtlinien und Verordnungen der EU, über neue Gesetze, Verwaltungsvorschriften oder neue VDI-Richtlinien informieren möchte, dem kann der KGV-Rundbrief der Koordinationsstelle Genehmigungsverfahren (KGV) des Öko-Instituts e.V. zur wichtigen Quelle werden. Die Schrift informiert umfassend über umwelttechnische und rechtliche Aspekte zu den Bereichen Immissionsschutz, Abfallwirtschaft, Genehmigungsverfahren, Anlagensicherheit und Bürgerrechte im Umweltschutz. Literatur- und Veranstaltungstipps sind ein weiterer Service. Der KGV-Rundbrief erscheint einmal im Quartal, die nächste Ausgabe ist Ende August / Anfang September erhältlich.

Die Themen diesmal:

  • Bergversatz versus obertägiger Ablagerung immobilisierter Abfälle
  • Verbrennung nicht zugelassener Althölzer in der Altholzverbrennungsanlage Kehl
  • Emissionsmessungen im Spanplattenwerk
  • Phosphinentstehung bei der Abfallbehandlung
  • Genehmigungsverfahren zur Abfallmitverbrennung (Trockenstabilat, Klärschlamm, Spuckstoffe aus der Papierindustrie)
  • Grundsätzliche Mängel bei Umweltverträglichkeitsuntersuchungen

Die Koordinationsstelle Genehmigungsverfahren (KGV) wurde 1987 auf Initiative des Öko-Instituts e.V. zusammen mit dem Arbeitskreis Immissionsschutz des BUND und zahlreichen Bürgerinitiativen gegründet. Sie informiert BürgerInnen und Kommunen über alle Aspekte industrieller Anlagengenehmigungsverfahren sowie über die Auswirkungen solcher Anlagen. Gleichzeitig versucht sie, die Bedingungen der Informationsbeschaffung für BürgerInnen in Deutschland zu verbessern und dem Abbau von Bürgerrechten im Umweltschutz entgegenzuwirken. Die KGV initiiert und fördert zudem Gesprächsrunden über Umweltthemen zwischen Firmen und Bürgern.

Ein kostenloses Probeexemplar des KGV-Rundbriefs kann schriftlich an Öko-Institut e.V. / KGV, Rheinstraße 95, 64295 Darmstadt, per E-Mail an kgv@oeko.de oder über die Instituts-Homepage unter www.oeko.de/kgvweben angefordert werden. Der Bezugspreis für Privatpersonen, Bürgerinitiativen, Umweltgruppen und Umweltverbände beträgt 20 Euro jährlich inklusive Versandkosten, im Förderabonnement 40 Euro. Firmen, Behörden, Parteien, Berufs- und Unternehmerverbände, Ingenieur- und Anwaltbüros zahlen 85 Euro, Mitglieder des Öko-Instituts, Mitgliedskommunen und deren Behörden 42,50 Euro. pk

Ansprechpartner:

Peter Küppers
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Umweltrecht

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Staatssekretärin Simone Probst zu Besuch im Öko-Institut Darmstadt

WissenschaftlerInnen bringen „mit viel Kreativität neue Konzeptionen auf den Weg“

pic4„Natürlich ist das Öko-Institut ein Begriff,“, stellte Simone Probst, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), fest. Dennoch fehle es manchmal an Zeit und Möglichkeiten, „ein Gefühl für eine Institution zu entwickeln“. Die Einladung des Öko-Instituts e.V. in das Darmstädter Büro hat Simone Probst im Juli daher „dankend angenommen“ und versprach sich davon „neue Ideen für die Zusammenarbeit“. Geht es nach ihr, dürften diese in Zukunft auch offensiv an das BMU heran getragen werden.

Simone Probst nutzte die Zeit, um sich über Organisationsstruktur, Ziele und Arbeitsinhalte des Instituts zu informieren. Bei der Präsentation ausgewählter Projekte gewann die Staatssekretärin einen tieferen Einblick: „Faszinierend am Öko-Institut ist die Vielfältigkeit der Arbeit auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist es beeindruckend, wie es den MitarbeiterInnen gelingt, die wissenschaftliche Arbeit zu großen Themen zusammenzuführen, zum Beispiel im Bereich erneuerbare Energien.“

Die vom Öko-Institut umgesetzte Umweltverträglichkeitsprüfung der Standort-Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente wertete Simone Probst als gutes Beispiel dafür, dass die WissenschaftlerInnen „mit viel Kreativität neue Konzeptionen auf den Weg bringen“. Beeindruckt war Simone Probst auch von „Green Goal“, dem Konzept für eine umweltfreundliche Fußballweltmeisterschaft 2006 und vom integrierten Umweltkonzept für die Leipziger Olympia-Bewerbung: „Hier werden Maßstäbe gesetzt. Keine sportliche Großveranstaltung in Deutschland kommt in Zukunft mehr um diese Standards herum.“ Am Beispiel der umfassenden Studie zu den Potenzialen der Biomasse-Nutzung in Deutschland verdeutlichte Probst: „Wir brauchen die Kooperation mit Instituten wie dem Öko-Institut und Szenarien wie die Bioenergie-Studie, die belegen, dass angestrebte Ziele der Energie- und Klimaschutzpolitik tatsächlich erreicht werden können.“

Ihr Fazit am Ende des Besuchs: Wegen seiner Professionalität in Kombination mit seiner Unabhängigkeit sei das Öko-Institut für das BMU „ein hervorragender Partner, der uns in schwierigen Fragen wissenschaftlich zur Seite steht. In der Politik sind wir auf solche Partnerschaften angewiesen und wir freuen uns auch, wenn neue Ideen offensiv an uns heran getragen werden.“ kk

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Betriebliches Umweltmanagement in der Landwirtschaft

Workshop für Landwirte, Verwaltung und Berater am 16. September in Weil am Rhein

Politik und Gesellschaft verlangen von Landwirten eine möglichst naturnahe Produktion. Damit wächst auch der Bedarf an Evaluierungsmethoden zur Bewertung landwirtschaftlicher Betriebe hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit. Vier methodische Ansätze auf Basis agrarökologischer Indikatoren – INDIGO, KUL/USL, REPRO und SALCA – werden zur Zeit in einem gemeinsamen, grenzüberschreitenden Projekt in Deutschland, Frankreich und der Schweiz evaluiert und miteinander verglichen. Ergänzend wurde in Südbaden die Methode NATURBILANZ angewandt. Der Workshop „Betriebliches Umweltmanagement in der Landwirtschaft“ am Donnerstag, 16. September im Trinationalen Umweltzentrum in Weil am Rhein bei Basel soll erste Ergebnisse liefern, den Dialog zwischen allen betroffenen Akteuren pflegen und Meinungen für die Gesamtbeurteilung einholen.

Er wendet sich an Landwirte, Verwaltung und Berater der Landwirtschaft. Gemeinsam soll die Frage beantwortet werden, ob die untersuchten Verfahren für die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Praxis, der Verwaltung und der Gesellschaft geeignet sind. Veranstalter des Workshops ist das Institut Transfrontalier d’Application et de Développement Agronomique, Grenzüberschreitendes Institut zur rentablen umweltgerechten Landbewirtschaftung. Unter Leitung der Association pour la Relance Agronomique en Alsace ARAA, Schiltigheim, kooperieren im Projekt das Öko-Institut e.V., das Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung IfUL, Müllheim, die Agroscope FAL Reckenholz, Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau, Zürich-Reckenholz und das Institut National de la Recherche Agronomique INRA, Colmar.

Anmeldungen nimmt bis 31. August das Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung (IfUL), Auf der Breite 7, D-79379 Müllheim/Baden, unter Telefon 0(049) 7631 3684 –51, per Fax an 0(049) 7631 3684 –30 oder per E-Mail an poststelle@iful.bwl.de entgegen. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro bzw. 15 Schweizer Franken.

Ansprechpartnerin:

Ruth Brauner
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Biodiversität, Ernährung & Landwirtschaft

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Biotechnologie: Möglichkeiten, Gestaltungspotenziale und Wertvorstellungen

Fachkonferenz „Ergrünt die Biotechnologie?“ am 25. September in Berlin

Innovationen auf dem Gebiet der Biotechnologie gelten als Motor wirtschaftlichen Wachstums. Dabei wird leicht vergessen, welche weiteren gesellschaftlichen Ziele mit Hilfe dieser Schlüsseltechnologie realisiert werden können und welche Werte dabei berücksichtigt werden sollten. Die Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen veranstaltet am Samstag, 25. September in Berlin zu diesem Thema eine ganztägige Konferenz „Ergrünt die Biotechnologie?“. Es werden zahlreiche biotechnologische Möglichkeiten und deren Gestaltungspotenziale dargestellt und mit Blick auf gesellschaftliche Werte diskutiert. Vor allem der Selbstanspruch der Biotechnologie soll hierbei überprüft werden. Im Rahmen der Konferenz gibt Carl-Otto Gensch, Koordinator des Bereichs Produkte & Stoffströme am Öko-Institut e.V., einen Input zum Forum „Umwelt / Produktionsprozesse“.

Die Veranstaltung baut auf drei Grundsatzbeiträge von Renate Künast zum Thema „Ernährung“, von Margot von Renesse zum Thema „Medizin“ und von Garabed Antranikian zum Thema „Umwelt / Produktionsprozesse“ auf. Daran schließen sich drei Foren an. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion. Die Konferenz wendet sich an Parlamentarier aus den verschiedenen Fraktionen sowie an die interessierte Fachöffentlichkeit aus Industrie, Wissenschaft und Initiativen. Programm und Anmeldung bis 17. September unter www.loske.de.

Ansprechpartner:

Carl-Otto Gensch
Öko-Institut e.V. Freiburg
Koordinator Bereich Produkte & Stoffströme

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I M P R E S S U M

Herausgeber
Öko-Institut e.V.
Institut für angewandte Ökologie

"Newsletter (Öko-Institut e.V.)"
ISSN 1614-2799

Redaktion
Referat Öffentlichkeit & Kommunikation
Christiane Rathmann
Katja Kukatz

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