19.10.2005
Recycling von Platingruppenmetallen schont die Umwelt
Stoffstromanalyse des Öko-Instituts zeigt: Das Potenzial ist enorm
Platingruppenmetalle sind in modernen Industriegesellschaften für viele Anwendungsbereiche unverzichtbar. Sie
erhöhen in Katalysatoren die Effizienz von industriellen Prozessen, reduzieren durch katalytische Eigenschaften
die Abgasemissionen von Autos entscheidend und spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung von
Spezialgläsern, in der Galvanik, in den Bereichen Dental, Elektronik und Schmuck. Die wertvollen Edelmetalle
werden vor allem in Südafrika und Russland aus der Natur gewonnen – mit hohen Umweltaufwendungen. Eine
Alternative ist das Recycling. Dies belastet die Umwelt deutlich weniger und macht die Versorgung der
Industrienationen unabhängiger. Vor diesem Hintergrund hat das Öko-Institut e.V. gemeinsam mit dem industriellen
Partner Umicore die Stoffströme der wichtigsten Platingruppenmetalle Palladium, Platin und Rhodium untersucht.
Die bemerkenswerten Ergebnisse finden auch bei internationalen Experten große Beachtung.
„Unsere Arbeit zeigt eindeutig, dass hohe Recyclingquoten für die Platingruppenmetalle nicht einfach von
alleine – aufgrund ihres hohen spezifischen Wertes – erzielt werden, wie oft angenommen wurde“,
betont Dr. Matthias Buchert, Koordinator im Bereich Infrastruktur & Unternehmen am Öko-Institut, „Für
eine optimierte Rückgewinnung ist vielmehr zunächst ein vertieftes Verständnis und eine umfassende Analyse der
zum Teil komplexen Erfassungs- und Recyclingketten in den verschiedenen Anwendungsfeldern notwendig. Unsere
detaillierten Forschungsergebnisse für Deutschland sind daher aufgrund ihrer neuen Qualität ebenso interessant
für die Akteure in anderen Industrieländern und ein wichtiger Beitrag für künftig optimierte
Recyclingkreisläufe.“
Das dreijährige Projekt „Stoffströme der Platingruppenmetalle“ wurde vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung gefördert. Gemeinsam mit den Experten der Umicore AG & Co. KG - ein international
operierendes Unternehmen der Sekundärmetallgewinnung mit Anlagen unter anderem in Belgien und Deutschland -
dokumentieren die Wissenschaftler am Öko-Institut e.V.: In industriellen Anwendungen wie Chemieanlagen,
Raffinerien und der Glasindustrie gibt es bereits hohe Recyclingquoten von 90 Prozent und darüber. Demgegenüber
wurden für Anwendungsbereiche des Privatkonsums wie in der Automobilbranche, oder in der Elektronik,
Recyclingquoten von unter 50 Prozent identifiziert. Hier sind die Verluste an den wertvollen
Platingruppenmetallen also noch erheblich und es gibt damit noch große zu erschließende Recyclingpotenziale.
Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, wurden in bislang weltweit einmaliger Detailtiefe zahlreiche bottom-up
Informationen und Daten von Fachakteuren der Edelmetallbranche und der Anwendersektoren für den deutschen Markt
zusammengetragen. Für den größten Anwendungsbereich der Autoabgaskatalysatoren setzten die Wissenschaftler eine
umfangreiche Felduntersuchung bei Werkstattbetrieben, Zerlegebetrieben, Autoshredderanlagen und ähnlichen
Unternehmen um.
Die Ursache für die vergleichsweise niedrigen Recyclingquoten für Anwendungsbereiche des Privatkonsums liegt in
den erheblich komplexeren Akteursbeziehungen dieser Recyclingketten. Häufig werden Altfahrzeuge zum Beispiel nach
Afrika exportiert. Dort werden die Katalysatoren und damit die Edelmetalle in der Regel nicht zurück gewonnen: Im
Gegensatz zu Deutschland zum Beispiel tragen dort schlechte Straßenverhältnisse, verbleites Benzin, fehlende
Wartung oder Abgaskontrolle zum Verschleiß sowie zur Zerstörung der Katalysatoren und damit zu Totalverlusten der
Edelmetalle entscheidend bei. Hier können nur international besser abgestimmte Rahmenbedingungen im Umweltbereich
und in der Recyclingwirtschaft die enormen zusätzlichen Rückgewinnungspotenziale erschließen helfen. Die Brisanz
des Problems nimmt in Zukunft noch weiter zu, wie Szenariorechnungen des Öko-Instituts zeigen. Denn die
eingesetzten Mengen der Edelmetalle werden sowohl in Deutschland aber auch international eher steigen und damit
auch die potenziellen Verluste durch ineffiziente Rückgewinnungsketten.
Das Öko-Institut hat gemeinsam mit seinen Partnern die Erwartung, dass durch die umfassende Kommunikation der
vielfältigen und akteursscharfen Ergebnisse auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene das
Problembewusstsein bei Politik, Wirtschaft und Medien geschärft und mittel- bis langfristig eine nachhaltige
Optimierung der Stoffströme der Platingruppenmetalle erreicht wird.
Der umfangreiche Endbericht ist sowohl auf deutsch als auch auf englisch in Buchform veröffentlicht. In der
englischen Fassung haben die britischen Edelmetallfachleute des Herausgebers GFMS für das internationale Publikum
die Ergebnisse der „Fallstudie Deutschland“ um Rückschlüsse für die globalen Märkte und Zusammenhänge
ergänzt. mb
Hagelüken, C.; Buchert, M.; Stahl, H.: „Stoffströme der Platingruppenmetalle – Systemanalyse und
Maßnahmen für eine nachhaltige Optimierung der Platingruppenmetalle“, Umicore AG & Co. KG, Öko-Institut
e.V.; Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung; Herausgeber: GDMB-Medienverlag,
Clausthal-Zellerfeld 2005, ISBN 3-935797-20-6.
„Materials flow of platinum group metals“; GFMS Ltd (Ed.), Umicore AG & Co. KG, Öko-Institut
e.V., London, United Kingdom, 2005; ISBN 0-9543293-7-6
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Ansprechpartner:
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Dr. Matthias Buchert
Koordinator im Bereich Infrastruktur & Unternehmen
Umicore AG & Co. KG
Dr. Christian Hagelüken
christian.hagelueken(at)eu.umicore.com
GFMS Ltd:
Laurette Perrard
laurette.perrard(at)gfms.co.uk
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EcoTopTen: Neue Marktübersicht zu Energiesparlampen
Nicht nur umweltfreundlich, sondern auch langlebig und unschlagbar preiswert
Mit einer neuen
Marktübersicht zu Energiesparlampen ist die Verbraucherkampagne EcoTopTen in den Herbst gestartet: Dreizehn
Lampen zwischen fünf und 16 Watt – das entspricht 40 bis 75 Watt bei konventionellen Glühlampen –
erfüllen die anspruchsvollen EcoTopTen-Kriterien. Die Marktübersicht des Öko-Instituts e.V. zeigt: Wer seine
herkömmlichen Glühbirnen durch Energiesparlampen aus der EcoTopTen-Übersicht ersetzt, ist klar im Vorteil.
Aufgrund ihrer langen Lebensdauer und des geringen Stromverbrauchs sind sie nicht nur umweltfreundlich, sondern
auch unschlagbar preiswert. „Es gibt nichts, was heute noch gegen Energiesparlampen spricht“, betont
Dr. Dietlinde Quack aus dem Freiburger Büro des Öko-Instituts e.V.. Denn auch in Sachen Design und Lichtqualität
haben sich die Dauerbrenner gewaltig verbessert.
Längst gibt es Energiesparlampen für fast jeden Einsatzbereich: In verschiedenen Größen und Fassungen, Formen und Farben. Wem das Licht von Energiesparlampen bisher zu kalt erschien, der kann mittlerweile „extra-warmweiß“ wählen, was ungefähr der Lichtfarbe von Glühlampen entspricht. Doch nicht alle Energiesparlampen halten, was sie versprechen. So sind auch sehr billige Modelle auf dem Markt, die oft in technischen Prüfungen nur mangelhaft abschneiden. „Auf Schnäppchen sollte man lieber verzichten“, rät Dietlinde Quack.
Energiesparlampen, die bei EcoTopTen ausgezeichnet werden, gehören zur Energieeffizienzklasse A und haben bei der technischen Prüfung bei Stiftung Warentest oder einem vergleichbaren Testinstitut mindestens mit der Note „gut“ abgeschnitten. Das bedeutet: Im Dauertest des entsprechenden Testinstituts leuchteten sie mindestens 5.000 Stunden, häufig sogar bis zu 14.000 Stunden und länger. Bei Stiftung Warentest wurden sie bis zu 200.000 Mal ein- und ausgeschaltet.
Außerdem verbrauchen die bei EcoTopTen aufgeführten Energiesparlampen 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Das wirkt sich nicht nur günstig für die Umwelt aus, sondern auch auf die Haushaltskasse. Denn trotz höherer Anschaffungskosten für Energiesparlampen von rund 15 Euro gegenüber rund 50 Cent für herkömmliche Glühlampen, schneiden Energiesparlampen unterm Strich finanziell deutlich besser ab. Das zeigen die jährlichen Gesamtkosten, die das Öko-Institut berechnet hat und in die auch die Stromkosten eingehen. Bei einer gemessenen Lebensdauer von rund 14.000 Stunden und einer täglichen Brenndauer von drei Stunden kostet den Verbraucher zum Beispiel eine 11-Watt-Sparlampe rund 3,10 Euro im Jahr. Eine vergleichbare herkömmliche 60-Watt-Glühbirne belastet die Kasse dagegen jährlich mit rund 12,40 Euro.
Es stimmt, dass Energiesparlampen Quecksilber enthalten. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass Quecksilber auch bei der Stromerzeugung im Kraftwerk freigesetzt wird. Da beide Lampen Strom verbrauchen, herkömmliche Glühlampen jedoch fünf Mal mehr als Sparlampen, fällt die Quecksilberbilanz für herkömmliche Glühlampen deutlich schlechter aus. Bei EcoTopTen fließen die Quecksilberemissionen sowohl bei Energiesparlampen als auch bei herkömmlichen Glühlampen in die Umweltbewertung mit ein.
Die vollständige Marktübersicht, Tipps und weitere Informationen rund um das Thema
„Energiesparlampen“ lesen Sie hier, weitere interessante Downloads finden
Sie hier.
EcoTopTen ist eine groß angelegte Initiative für nachhaltigen Konsum und Produktinnovationen im Massenmarkt, die
das Öko-Institut initiiert hat. In regelmäßigen Abständen empfehlen die WissenschaftlerInnen eine Auswahl an
hochwertigen so genannten EcoTopTen-Produkten, die ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis haben und aus
Umweltsicht allesamt Spitzenprodukte sind. Typische Produkte, die die EcoTopTen-Kriterien nicht erfüllen, werden
zum Vergleich vorgestellt. Damit können EcoTopTen-Marktübersichten die Kaufentscheidung für rundum gute Produkte
erleichtern.
Unter der Rubrik „Produktempfehlungen“ auf www.ecotopten.de finden VerbraucherInnen neben Energiesparlampen bereits empfehlenswerte
Ökostromangebote, Autos, Car-Sharing-Angebote, Gas-Brennwertkessel und Holzpelletheizungen,
„Anrufbeantworter im Netz“, Waschmaschinen und Wäschetrockner. Bis Ende 2006 folgen 15 weitere
Marktübersichten, die nächsten zum Bio- & Fair-Sortiment im Lebensmitteleinzelhandel und zu Kühl- und
Gefriergeräten.
Das EcoTopTen-Forschungsprojekt und die EcoTopTen-Kampagne werden vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung, vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und der Stiftung
Zukunftserbe gefördert. Medienpartner ist das Monatsmagazin „natur&kosmos“, das kontinuierlich
über EcoTopTen und die neuesten Marktübersichten berichtet. Wollen Sie regelmäßig über EcoTopTen informiert
werden? Abonnieren Sie den EcoTopTen-Newsletter und senden Sie eine E-Mail an anmeldung(at)ecotopten.de. kk
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Ansprechpartnerinnen:
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme
Projektleiterin Kathrin
Graulich
Dr. Dietlinde Quack
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Green Goal - ein Novum im Massensport
WM 2006 soll erste klimaneutrale sportliche Großveranstaltung werden
Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006TM soll die erste Sportveranstaltung einer neuen Generation
werden: Green GoalTM, das Umweltkonzept für die FIFA WM 2006TM, das das Öko-Institut im
Auftrag des Organisationskomitees entwickelt hat, sieht eine neutrale Klimabilanz vor. So sollen die nicht
vermeidbaren Treibhausgasemissionen, die während der WM in Deutschland entstehen, durch Minderung von
CO2-Ausstößen an anderer Stelle kompensiert werden. „Denn“, so betont Projektleiter Dr.
Hartmut Stahl, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Öko-Instituts, „Green GoalTM steht für das
nachhaltige Erbe der FIFA WM 2006.“ Und es sind weitere Projekte geplant. „Deutschland soll 2006
nicht nur Fußballweltmeister, sondern auch Umweltmeister werden“, sagt Christian Hochfeld,
stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts in Berlin.
Besonderes Augenmerk verdient hier das Projekt „Family Clean Energy Packages“, das Umwelt- und
soziale Hilfe für Familien in Tamil Nadu, einem vom Tsunami betroffenen Gebiet in Indien, bringen soll. Die
Kombination von ökologischen und sozialen Aspekten überzeugte nicht nur den DFB, der das Projekt mit 500.000 Euro
unterstützt, sondern auch Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, der als
Botschafter für Green Goal gewonnen werden konnte.
Weniger Emissionen in Indien
Im Rahmen von Green Goal wurde das Projekt „Family Clean Energy Packages“ gemeinsam von Öko-Institut,
BASE (Basel Agency for Sustainable Energy) und einer Organisation in Indien, Women for Sustainable Development
(WSD), auf den Weg gebracht. Dazu gehören eine umweltverträgliche und verbesserte Energieversorgung, der Schutz
des globalen Klimas und eine Verbesserung der Lebensqualität.
Rund 75 Prozent der indischen Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten, oft in sehr einfachen Verhältnissen. Hier
stellt die Bereitstellung von Energie zum Kochen ein großes Problem dar. Gekocht wird oft auf offenen
Feuerstellen im Haus, meist mit Kerosin oder nicht nachhaltigem Brennholz. Diese Art des Kochens schadet Umwelt
und Gesundheit; Atemwegs- oder Lungenerkrankungen können die Folge sein.
Der Tsunami verschärfte die Lage in den betroffenen Gebieten weiter. Feuerholz ist wegen der versandeten und
versalzenen Böden rar und muss zeitaufwendig beschafft werden, Trinkwasser muss abgekocht werden.
Biogas - ökologische, soziale und ökonomische Alternative
Nun erhalten Familien durch das Engagement des DFB Biogas-Anlagen, die eine nachhaltige Energieversorgung
ermöglichen: Kuhdung wird zu Biogas vergoren, das über eine Leitung zur Kochplatte gelangt. Umweltfreundliches
Biogas ersetzt Kerosin und Holz, CO2-Emissionen werden verringert und Holzbestände geschont. Die
lokale Wirtschaft wirkt gestärkt, da die Anlagen von ansässigen Firmen gebaut werden. Hütten werden in Stand
gesetzt und Kühe zur Verfügung gestellt. Mit dem Verkauf von Kuhmilch können sich die Familien ein kleines Zubrot
verdienen; ihr eigener Bedarf an Milch ist gedeckt und für Biogas-Nachschub ist gesorgt.
Green Goal-Kriterien erfüllt
Das von Green Goal formulierte Ziel der Klimaneutralität wird durch das Projekt in Tamil Nadu in Indien
unterstützt: ungefähr ein Drittel der insgesamt ca. 100.000 Tonnen an Treibhausgasemissionen, die während der WM
anfallen, werden ausgeglichen. So erfüllt das Projekt durch die Einsparung von Kerosin und nicht nachhaltigem
Holz und die positiven sozialen Effekte die Ansprüche des Kyoto-Protokolls und der Gold Standards, dem
anspruchsvollen Qualitätsstandard der weltweiten Umweltverbände für CO2-Minderungsprojekte.
bw
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Ansprechpartner:
Dr. Hartmut Stahl
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
Christian Hochfeld
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
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Welche Wirkung hat Corporate Social Responsibility?
Öko-Institut lud zum Experten-Workshop nach Brüssel
Sich zu den Prinzipien von Corporate Social Responsibility (CSR) zu bekennen, also ökologische und soziale
Unternehmensverantwortung zu übernehmen, hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Noch ist unklar,
in welchem Maß CSR zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt und insbesondere wie sehr verantwortungsvolles
Unternehmerhandeln EU-Nachhaltigkeitsziele fördert. Doch wie kann die Wirkung von CSR auf Umwelt und Gesellschaft
einerseits überhaupt bewertet, und andererseits erklärt werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des
dreijährigen EU-Projekts „Rhetoric and Realities – Analysing Corporate Social Responsibility in
Europe” (RARE), einem Forschungsverbund unter Koordination des Öko-Instituts e.V.. 13 ExpertInnen
diskutierten kürzlich in Brüssel, welche wissenschaftlichen und praktischen Herausforderungen bewältigt werden
müssen, um die Wirkung und Erfolgsfaktoren von CSR zu analysieren.
Der Workshop war Teil des methodischen Ansatzes von RARE: Indem die verschiedenen Stakeholder –
VertreterInnen der EU-Kommission, von NGOs, CSR-Consultants und SRI-Analysten aus ganz Europa - eng einbezogen
werden, soll die wissenschaftliche und praktische Qualität des Projekts erhöht werden. Um die Wirkung von CSR zu
bewerten, werden im Rahmen von RARE europäische Unternehmen in verschiedenen Sektoren – der Ölindustrie,
dem Bankensektor sowie in der Fischerei und Fisch verarbeitenden Industrie – hinsichtlich ihrer
CSR-Leistungen untersucht. Insbesondere die Bereiche Umwelt, Ressourcenmanagement, Geschlechtergleichheit und
Korruptionsbekämpfung werden näher untersucht.
In Brüssel stellte das RARE-Team den WissenschaftlernInnen und CSR-PraktikerInnen das Gesamtkonzept des Projekts
und dessen methodischen Aufbau vor. Im Mittelpunkt standen das CSR Impact Assessment Instrument sowie ein Modell
von CSR-Erfolgsfaktoren, die beide seit Projektstart im Juni 2004 entwickelt worden sind. Das Impact Assessment
Instrument soll die tatsächlichen Wirkungen von CSR-Aktivitäten identifizieren. Es baut auf zwei komplementären
Methoden zur Evaluierung von CSR-Wirkungen auf: Die Messung von „relativer Verbesserung“ versus der
„Zielerreichung“. Das Instrument hilft, kausale Zusammenhänge zwischen CSR-Aktivitäten und
Nachhaltigkeitswirkungen aufzuzeigen. Das CSR-Erfolgsfaktorenmodell baut auf einem organisations-analytischen
Ansatz auf und bestimmt unternehmensinterne und -externe Erfolgsfaktoren von CSR auf der Akteurs- und der
institutionellen Ebene. Sowohl das Impact Assessment Instrument als auch das Erfolgsfaktorenmodell dienen als
Grundlage für den empirischen Untersuchungsteil des RARE-Projekts, der jetzt im Herbst 2005 beginnt.
Die Fachleute waren sich einig, dass RARE ein sehr spannendes Projekt sei, das Fragen aufgreife, die bisher nicht
systematisch untersucht worden sind. Das RARE-Konzept harmoniert mit den Empfehlungen des
EU-Multistakeholder-Forums, nach denen „mehr qualitative und vergleichende Forschung zu CSR betrieben
werden soll, insbesondere eine Forschung, die multidisziplinär ist, viele verschiedene Stakeholder und Aktionen
betrachtet und die auf Fallstudien basiert.“ Forschung solle sich „auf der Makroebene von CSR mit der
Wirkung auf Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit“ beschäftigen.
Als zentrale Herausforderung von RARE wurde auf dem Expertenworkshop der Nachweis von kausalen Beziehungen
zwischen CSR-Aktivitäten und einer verbesserten Nachhaltigkeitsperformance identifiziert. Die CSR-PraktikerInnen
unterstrichen darüber hinaus die Bedeutung von unternehmensexternen Faktoren für CSR-Erfolg. In Bezug auf das
Untersuchungsziel, den Beitrag unternehmerischer CSR-Aktivitäten zum Erreichen öffentlicher Nachhaltigkeitsziele
zu bewerten, wiesen mehrere TeilnehmerInnen darauf hin, dass Unternehmen ihre CSR-Aktivitäten nicht vorrangig auf
öffentliche Ziele ausrichten würden.
Regine Barth, Rechtsexpertin am Öko-Institut und Koordinatorin des Projekts, betonte jedoch: „Es ist gerade
eines der besonderen Merkmale von RARE, dass CSR aus der politischen Perspektive betrachtet wird. Wir
interessieren uns dafür, die Governance-Kapazitäten von CSR gegenüber denen öffentlichen Politikinstrumente zu
prüfen.“ Eine solche politische Perspektive kann zugleich dazu beitragen, ein förderndes Umfeld für CSR zu
schaffen. Dies stellte Dominique Bé, Mitglied der Europäischen Kommission, als eines der Hauptziele des künftigen
EU-Aktionsplans zu CSR dar. In einem Hintergrundpapier, das jetzt auf der Projektwebseite verfügbar ist, präsentieren die RARE-Forscher
konzeptionelle Überlegungen zur Integration einer unternehmerischen und gesellschaftlich-politischen
Governance-Perspektive zu CSR.
Das Projekt „Rhetoric and Realities Analysing Corporate Social Responsibility in Europe” (RARE)
(www.rare-eu.net) ist eine der
großen Forschungsinitiativen der EU im Bereich CSR. Gefördert wird es im sechsten Forschungsrahmenprogramm unter
dem Förderschwerpunkt “Citizens and Governance in a knowledge based society” (CIT2-CT-2004-506043).
Das Forschungskonsortium besteht aus sieben europäischen Projektpartnern: Öko-Institut e.V. (Projektleitung),
Fridjof Nansen Institute FNI, Norwegen,
Stockholm Environment Institute SEI,
Schweden, Fondazione Eni Enrico Mattei FEEM, Italien, Budapest University of Technology and Economics BUTE, Ungarn, Institut für sozial-ökologische
Forschung ISOE, Deutschland, Peter
Wilkinson (Großbritannien), Projektberater von Transparency International für die „Business Principles
for Countering Bribery“. fw
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Ansprechpartnerinnen:
Öko-Institut e.V. Darmstadt und Berlin
Bereich Umweltrecht
Koordinatorin Regine Barth
(Projektleitung RARE)
Franziska Wolff
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Abfallwirtschaft schützt das Klima
Moderne Verfahren führen zu positiver Bilanz / Studie des Öko-Instituts zeigt Potentiale auf
„Die deutsche Abfallwirtschaft setzt mit ihrem Beitrag zum Klimaschutz im europäischen Rahmen
Maßstäbe“, sagte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Rainer Baake, kürzlich bei der Vorstellung
einer Studie, die das Öko-Institut im Auftrag des Ministeriums erstellt hat. Seit 1990 hat die deutsche
Abfallwirtschaft bereits 46 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, so das Ergebnis der Studie. Aufbauend auf
den Erfolgen sind in den nächsten Jahren weitere Klimaschutzbeiträge möglich. Ein erhebliches Potential gibt es
vor allem noch in den anderen Staaten der Europäischen Union.
Die WissenschaftlerInnen um Günter Dehoust und Kirsten Wiegmann untersuchten drei Szenarien für die Jahre 1990,
2005 und 2020. Mit Hilfe einer Stoffstromanalyse analysierten sie Leistungen und Potentiale verschiedener
Entsorgungswege. Die Studie konzentriert sich dabei auf zwei Gesichtspunkte: So fragt sie zum einen, inwieweit
der Treibhausgas-Ausstoß gesenkt wurde und untersucht zum anderen, ob aus dem Abfall Energie und Material
gewonnen und damit Rohstoffe und fossile Energieträger gespart wurden. „Diese Einsparungen führen an
anderer Stelle zu einem geringeren Treibhausgas-Ausstoß, so dass wir sie als Gutschriften in der Bilanz
aufgeführt haben“, sagt Günter Dehoust.
Den Hauptanteil an dem Erfolg hat der Verzicht auf die Deponierung von unbehandeltem Restabfall. Diese ist
besonders gefährlich, da aus dem organischen Restabfall Methangas entsteht. Methan ist für das Klima etwa
zwanzigmal so schädlich wie Kohlendioxid. Seit 1996 wurde die Deponierung unbehandelten Abfalls schrittweise
reduziert und ist seit dem 1. Juni 2005 in Deutschland ganz verboten. Mit dem Ergebnis: Während 1990 noch Methan
mit der Wirkung von 39 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen wurde, werden heute auf Deponien nur noch
400.000 Tonnen Methan ausgestoßen, das entspricht der Wirkung von 8,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Da keine
unvorbehandelten Abfälle mehr abgelagert werden, gehen diese Emissionen stetig zurück. Daneben wird Abfall heute
effizienter behandelt und besser verwertet als 1990. So können beispielsweise in Müllverbrennungsanlagen Metalle
gewonnen und Strom und Wärme erzeugt werden.
Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hat Deutschland zugesagt, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2012 um 21 Prozent zu
reduzieren. Bis 2003 wurde dies bereits zu 18 Prozent erreicht – gerade auch wegen der Erfolge der
Abfallwirtschaft. Die Bundesregierung hat sich jedoch noch höhere Ziele gesteckt: Bis 2020 soll der
Treibhausgas-Ausstoß um 40 Prozent gesenkt werden. Dafür müssen die verbleibenden Potentiale optimal genutzt
werden.
Bei der Deponierung wurden die Einsparpotentiale bereits weitgehend ausgeschöpft. Die Klimaschutzbemühungen
sollten sich daher auf andere Bereiche konzentrieren: Effizienzsteigerungen beim Metallrecycling, die Ausweitung
der Biogasnutzung im Bereich der Bioabfallverwertung und die Optimierung bestehender Müllverbrennungsanlagen.
Außerdem auf die so genannte Mitverbrennung von heizwertreichen Abfällen mit hohen Standards bei der
Schadstoffabscheidung. In diesen Bereichen sind bis 2020 weitere Gutschriften von etwa 4,5 Millionen Tonnen
Kohlendioxid möglich, wenn die Weichen entsprechend gestellt werden. Die Studie schlägt dafür Maßnahmen vor,
beispielweise ein Investitionsprogramm, um Fernwärmenetze zu fördern.
Um die Erfolge in Deutschland einordnen zu können, vergleicht die Studie diese mit der Situation in den 15 alten
EU-Mitgliedsstaaten. Dort gibt es noch ein erhebliches Potential. „Um dieses erreichen zu können, müssen
die Siedlungsabfälle auch in der EU konsequent recycelt und vorbehandelt werden, anstatt sie wie bisher in großem
Umfang ohne Vorbehandlung zu deponieren“, so Rainer Baake. Maximal können in den 15 alten EU-Staaten bis
2020 134 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden – bei einem Verbot der unbehandelten Deponierung.
Aussichtsreich wäre bereits die konsequente Einhaltung der EU-Deponierichtlinie, die eine schrittweise Abkehr
vorgibt. Dabei liegt das Einsparpotential bis 2016 bei 74 Millionen Tonnen Kohlendioxid.
Im Herbst dieses Jahres plant die EU-Kommission, eine Strategie zur Abfallvermeidung und zum Abfallrecycling zu
entwickeln. Das Öko-Institut hat mit seiner Studie bereits aufgezeigt, welche Maßnahmen den unverzichtbaren
Klimaschutzbeitrag der Abfallwirtschaft ermöglichen. Insbesondere in Europa. mj
Ein kostenloser Download der Studie ist hier möglich.
Ansprechpartner:
Günter Dehoust
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Bereich Infrastruktur und Unternehmen
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Buchtipp: Climate Change Policy
Wie können die Ziele des Kyoto-Protokolls vereinfacht und unterstützt werden?
Das Buch "Climate Change Policy" präsentiert die Ergebnisse eines interdisziplinären
Forschungsprojekts, das von dem Netzwerk Enforcing Environmental Policy (EEP) im Rahmen des Human Dimension
Potential Programme der EU umgesetzt wurde. Die Autoren – hoch qualifizierte Ökonomen, Juristen und
Politologen von europäischen Forschungsinstituten – geben Antworten auf Fragen zur Umsetzung
internationaler Regelungen zum Klimaschutz, insbesondere zum Kyoto-Protokoll, und analysieren Möglichkeiten, wie
die Einhaltung der Ziele des Kyoto-Protokolls vereinfacht und unterstützt werden kann. Climate Change
Policy wendet sich vorrangig an politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler, an Wirtschaftsunternehmen
und Stakeholder in und außerhalb Europas.
Diese Publikation hebt sich beispielhaft von der bereits vorhandenen Literatur zu diesem Thema ab. Eine effektive
Klimaschutz- und Luftreinhaltungspolitik erfordert ein umfassendes Verständnis der politischen, juristischen und
ökonomischen Strukturen und der Zwänge, denen Politiker ausgesetzt sind. Hierzu trägt Climate Change
Policy im entscheidenen Maße bei. Das Buch ist in englischer Sprache erschienen.
Aus dem Inhalt:
PART I: International negotiations and implementation of the Kyoto Protocol.
The dynamics of the climate negotiations: a focus on the developments and outcomes from The Hague to Delhi
– Barbara Buchner (FEEM); Equity principles to enhance the effectiveness of climate policy - An economic
and legal perspective – Barbara Buchner (FEEM) and Janna Lehmann (CERDEAU); A comparative analysis of the
long-range transboundary air pollution, ozone layer protection and climate change regimes – Janna Lehmann
(CERDEAU); Emissions Trading as an economic instrument of climate policy – Jürgen Lefevere (FIELD); The
Clean Development Mechanism and ancillary benefits – Barbara Buchner (FEEM), Alejandro Caparrós Gass
(CIRED) and Tariz Tazdait (CIRED); Biodiversity and carbon sequestration in forests: economic and legal issues -
Alejandro Caparrós Gass (CIRED) and Frédéric Jacquemont (FSUR); Legal reflections on the proposal to mitigate
climate change by ocean sequestration - Susan Nicole Krohn (Ministry of Environment, Germany).
PART II: EU and climate change policies.
External legal competence of the EC in the field of international environmental convention - Frédéric Jacquemont
(FSUR); Climate policy and environmental state aid: assessment of the EU Environmental state aid guidelines
vis-à-vis the new economic instruments for climate policy - Mercedes Fernández Armenteros (Öko-Institut e.V.);
The EU Greenhouse Gas Emission Allowance Trading Scheme: a background - Jürgen Lefevere (FIELD); Inhomogeneous
allocation and distortions of competition in the case of emissions trading in the EU - Dietrich Brockhagen
(Germanwatch e. V., Berlin); Compliance with the EU Bubble - Frédéric Jacquemont (FSUR); Emissions Trading and
Joint Implementation among the EU Acceding Countries - Mercedes Fernández Armenteros (Öko-Institut e.V.) and
Leonardo Massai (FSUR).
Bothe, Michael and Eckhard Rehbinder (Eds.), 2005: Climate Change Policy. Eleven International Publishing, PO Box 358, 3500 AJ Utrecht,
The Netherlands; 450 Seiten, 75 Euro; ISBN 90-77596-05-4
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Ansprechpartnerin:
Regine Barth
Öko-Institut e.V. Büro Darmstadt
Koordinatorin im Bereich Umweltrecht
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Vortrag und Fachgespräch für Unternehmer
Öko-Institut informiert über Wettbewerbsfaktor Nachhaltigkeit
Mit einem Vortrag und einem anschließenden Fachgespräch wendet sich das Öko-Institut e.V. am Samstag, 22.
Oktober, ab 11 Uhr, speziell an Unternehmer. Carl-Otto Gensch, Koordinator des Forschungsbereichs „Produkte
& Stoffströme“ im Öko-Institut, informiert über den Wettbewerbsfaktor Nachhaltigkeit. Er stellt vor,
wie das Öko-Institut den Unternehmen dabei helfen kann, die heutigen Anforderungen an ein nachhaltiges
Wirtschaften zum Vorteil zu nutzen. Vortrag und Gespräch sind eingebettet in den „Tag der offenen
Tür“, zu dem das Institut in die neuen, ökologischen Büroräume an der Merzhauser Straße 173 in Freiburg
einlädt.
Für moderne Unternehmen zählt heutzutage nicht nur der ökonomische Erfolg, sondern es werden zunehmend auch die
ökologischen und sozialen Leistungen gemessen. Das Öko-Institut begleitet Unternehmen dabei, diese Anforderungen
erfolgreich für sich zu nutzen. Die Bausteine, die dazu eingesetzt werden können – zum Beispiel in Fragen
des Nachhaltigkeitsmanagements oder der nachhaltigen Produkt- und Technologieentwicklung – sind zahlreich.
Anhand anschaulicher Beispiele aus der Praxis stellt Carl-Otto Gensch diese vor.
Samstag, 22. Oktober 2005
Öko-Institut e.V.
Merzhauser Straße 173
79100 Freiburg
11 Uhr Vortrag: „Moderne Unternehmen. Nachhaltig in die Zukunft“
12 Uhr Fachgespräch: Round Table „Moderne Unternehmen“
Anmeldung für das Fachgespräch bei Romy Klupsch, Telefon 0761/452 95-24 (vormittags) oder event(at)oeko.de
Der Eintritt ist frei.
Das vollständige Programm für den Tag der offenen Tür mit weiteren Hinweisen zum Vortrag und zum Fachgespräch
finden Sie hier.
Ansprechpartner:
Carl-Otto Gensch
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Koordinator Bereich Produkte & Stoffströme
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Öko-Institut lädt zum „Tag der offenen Tür“ ein
Vorträge, Führungen, Aktionen im neuen, ökologischen Büro
„Willkommen
im Sonnenschiff!“ heißt es am Samstag, 22. Oktober 2005, an der Merzhauser Straße 173 in Freiburg. Das
Öko-Institut e.V. lädt von 10 bis 18 Uhr zu einem „Tag der offenen Tür“ ein und stellt seine Arbeit
am Beispiel ausgewählter Projekte vor. Gleichzeitig können alle Interessierten aus der Region die neuen,
ökologischen Büroräume der Freiburger Geschäftsstelle besichtigen.
Wie können sich VerbraucherInnen im Alltag ökologisch verhalten? Warum wird die Fußball-Weltmeisterschaft 2006
erstmals wirklich „grün“? Was passiert eigentlich hinter der Steckdose? Auf diese und viele weitere
Fragen erhalten die BesucherInnen in Vorträgen, bei Aktionen und an Informationsständen Antworten.
Speziell für Unternehmer bietet das Institut einen Vortrag und ein anschließenden Fachgespräch an. Carl-Otto
Gensch, Koordinator des Forschungsbereichs „Produkte & Stoffströme“ im Öko-Institut, informiert
über den Wettbewerbsfaktor Nachhaltigkeit. Er stellt vor, wie das Öko-Institut den Unternehmen dabei helfen kann,
die heutigen Anforderungen an ein nachhaltiges Wirtschaften zum Vorteil zu nutzen. Denn für moderne Unternehmen
zählt heutzutage nicht nur der ökonomische Erfolg, sondern es werden zunehmend auch die ökologischen und sozialen
Leistungen gemessen. Das Öko-Institut begleitet Unternehmen dabei, diese Anforderungen erfolgreich für sich zu
nutzen.
Die Bausteine, die dazu eingesetzt werden können – zum Beispiel in Fragen des Nachhaltigkeitsmanagements
oder der nachhaltigen Produkt- und Technologieentwicklung – sind zahlreich. Anhand anschaulicher Beispiele
aus der Praxis stellt Carl-Otto Gensch diese vor.
Weitere Höhepunkte im Programm: Führungen des Solar-Architekten Rolf Disch durch das „Sonnenschiff“,
Spiel und Spaß für Kinder sowie eine Filmvorführung. Für leckere Snacks und Getränke ist gesorgt. Der Tag klingt
mit Live-Musik der Jazz-Gruppe J-Q-Sticks aus. cr
Das vollständige Programm finden Sie hier
Die neue Adresse:
Öko-Institut e.V.
Geschäftsstelle Freiburg
Merzhauser Straße 173,
79100 Freiburg
Telefon 0761/452 95-0
info(at)oeko.de
Ansprechpartnerin:
Pressesprecherin Christiane
Rathmann
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Referat Öffentlichkeit & Kommunikation
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25 Jahre Energiewende
Halbzeitbilanz mit Ausblick / Tagung am 26. Oktober in Berlin
Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Kernenergie und Erdöl – so lautet der Titel des Buches,
das vor 25 Jahren die wissenschaftliche Grundlage für eine andere Energiepolitik in Deutschland gelegt hat. Seit
dieser Zeit bemühen sich Parteien, Verbände und Regierungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene sowie die
engagierte Wissenschaft um die Fortentwicklung der Energiewende. Neue Spieler sind in der Energiewirtschaft
entstanden, Unternehmen nehmen sich der Energiewende an und machen sie zu ihrem Geschäft, Finanzmärkte
interessieren sich für Erneuerbare, und die Zahl der damit Beschäftigten steigt parallel zum Ölpreis. Auf
EU-Ebene ist die Energiewende – noch – nicht angekommen, aber die Diskussion um eine andere –
klimaschützende und nachhaltige – Energiepolitik ist aktuell. Grund genug für eine Halbzeitbilanz. Dazu
lädt das Öko-Institut e.V. in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung am Mittwoch, 26. Oktober nach
Berlin.
Die Tagung dient der politischen Positionierung im Nachgang zur Bundestagswahl und im Vorfeld des in
2006 anstehenden 20. Jahrestags von Tschernobyl. Sie soll bereits Erreichtes ins Bewusstsein rufen und
den politischen Entwurf zur weiteren Realisierung der Energiewende in den nächsten 25 Jahren besetzen,
ohne die Herausforderungen zu verschweigen. Sie zielt auf eine breitere Öffentlichkeit und stellt auch eine
DVD-Publikation vor.
Das vollständige Programm lesen Sie hier.
Die Veranstaltung beginnt um 10.30 und endet gegen 18 Uhr. Veranstaltungsort ist die Galerie
Heinrich-Böll-Stiftung, Hackesche Höfe, Rosenthaler Straße 40-41 in 10178 Berlin. Anmeldungen nimmt Ursula Draude per E-Mail, per Post an
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt, Bereich Energie & Klimaschutz, Rheinstraße 95, 64295 Darmstadt oder per
Telefon an 06151/ 8191-40 entgegen.
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Der Konsument im Irrgarten der Angebote
Können Zertifizierungen und Label ein Ausweg sein? / Veranstaltung in Freiburg
Verbraucher stehen oft ratlos vor einer Produktpalette, die immer undurchsichtiger wird. Gesundheit,
Funktionalität und Preis sind nur einige Kriterien für die Kaufentscheidung. Das Produkt sollte
„rundum“ stimmen. Verwirren die zahlreichen Ratgeber zusätzlich? Dieser Frage geht die Katholische
Akademie der Erzdiözese Freiburg am Donnerstag, 27. Oktober nach. Im Rahmen der Veranstaltung spricht Kathrin
Graulich, Projektleiterin von EcoTopTen, über das Thema „Vom Anrufbeantworter bis zur Waschmaschine –
Auf der Suche nach zukunftsfähigen Produkten“.
EcoTopTen ist eine große Informationskampagne für nachhaltigen Konsum und Produktinnovationen im Massenmarkt, die
das Öko-Institut e.V. initiiert hat. In regelmäßigen Abständen empfehlen die WissenschaftlerInnen eine Auswahl an
hochwertigen so genannten EcoTopTen-Produkten, die ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis haben und aus
Umweltsicht allesamt Spitzenprodukte sind. Typische Produkte, die die EcoTopTen-Kriterien nicht erfüllen, werden
zum Vergleich vorgestellt.
Unter dem Motto „Wir sind für Sie da.“ stellt Petra Niesbach stellvertretend für die
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Kooperationspartner von EcoTopTen, dar, wie die örtlichen
Beratungsstellen Verbraucher bei der Kaufentscheidung unterstützen.
Frank Puchstein aus dem Bereich Umweltschutz und Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Telekom Konstanz, spricht
über das Thema Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung in einem modernen Telekommunikationsunternehmen.
Die Veranstaltung richtet sich an den einzelnen Verbraucher, Großhaushalte, Hersteller, Dienstleister und Medien.
Beginn ist um 18 Uhr, voraussichtliches Ende gegen 21.30 Uhr. Veranstaltungsort ist das Haus der Katholischen
Akademie, Wintererstraße 1 in Freiburg. Der Teilnahmebeitrag beträgt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. Ihre Anmeldung
wird erbeten unter Telefon 0761/31918-0, per Fax an 0761/31918-111 oder per E-Mail an mail(at)katholische-akademie-freiburg.de.
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Produkte nachhaltig nutzen
Abschlusskonferenz des Forschungsprogramms "Grenzen und Möglichkeiten neuer
Produktnutzungsstrategien"
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in den Jahren 2001 bis 2005 im Rahmen des
Themenschwerpunktes "Nachhaltig Wirtschaften" 18 Forschungsprojekte zu nachhaltigen Nutzungsstrategien
von Produkten mit elf Millionen Euro gefördert. Dabei wurden verschiedene ökologisch und ökonomisch tragfähige
Konzepte zur umweltgerechten Produktnutzung entwickelt. Die Ergebnisse der Forschungsprojekte werden im Rahmen
der Abschlussveranstaltung am 7. und 8. November 2005 im Harnack-Haus in Berlin vorgestellt und diskutiert,
darunter auch das vom Öko-Institut e.V. umgesetzte Forschungsprojekt EcoTopTen, sowie INVENT, ein
Forschungsverbund zu nachhaltigen Reiseangeboten im Massentourismus, das das Öko-Institut leitet.
Im Mittelpunkt der BMBF-Fördermaßnahme "Grenzen und Möglichkeiten neuer Produktnutzungsstrategien"
stand die Frage, unter welchen Bedingungen eine innovative nachhaltige Nutzung von Produkten durch entsprechende
Angebote unterstützt werden kann. Hierzu wurden innovative Geschäftskonzepte zur Aufbereitung von Computern und
Möbeln für den Gebrauchtmarkt entwickelt sowie eine Vermittlungsagentur und andere Konzepte zur
Gemeinschaftsnutzung von Produkten erarbeitet, zum Beispiel Car-Sharing. Des Weiteren wurden nachhaltige
Produkt-Dienstleistungssysteme zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau aufgebaut und innovative Strategien für
ein erfolgreiches Marketing von nachhaltigen Produkten im Tourismus und bei der Eventgestaltung entwickelt.
Im Rahmen der Konferenz stellt Dr. Rainer Grießhammer, stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts auch
EcoTopTen vor, ein groß angelegtes Forschungs- und Innovationsprojekt für nachhaltigen Konsum, das das
Öko-Institut umgesetzt hat. Martin Schmied, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Infrastruktur &
Unternehmen am Öko-Institut, berichtet als Gesamtprojektleiter über die Ergebnisse von INVENT – Innovative
Vermarktungskonzepte für nachhaltige Tourismusangebote, einem dreijährigen Forschungsprojekt unter Leitung des
Öko-Instituts.
Veranstalter der Abschlusskonferenz sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das GSF
Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit und der Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Umweltforschung und -technik. Veranstaltungsort ist das Harnack-Haus, Ihnestraße 16-20, in 14195 Berlin. Das
vollständige Programm lesen Sie hier.
Anmeldung nimmt bis zum 28.Oktober entgegen:
PT im DLR Umweltforschung und -technik
Fax: 0228/81 996-40
E-Mail: Peter.Sliwka(at)dlr.de
oder:
GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Fax: 089/65 1088 53
E-Mail: heimerl(at)gsf.de
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Epigenetik, transgene Pflanzen und Risikoanalyse
Öko-Institut lädt am 1. Dezember zur Fach-Konferenz nach Frankfurt
Zahlreiche Phänomene, die an gentechnisch veränderten Pflanzen beobachtet werden, geben Fragen auf. Warum stellen
viele gentechnisch veränderten Pflanzen ihre Fremdgene einfach ab? Können Umwelteinflüsse weiter vererbt werden,
hat Lamarck also ein bisschen Recht? Warum werden in der transgenen Sojabohne nach Jahren unerwartete
Gensequenzen am „falschen“ Ort entdeckt? Wieso ist eine transgene Sonnenblume nicht nur gegenüber
Insektenschädlingen resistent, sondern produziert – unbeabsichtigt - auch mehr Samen? Und was bedeuten die
Antworten auf diese Fragen für die Risikodebatte um gentechnisch veränderte Pflanzen? Um diese spannenden Fragen
gemeinsam zu diskutieren, lädt das Öko-Institut e.V. am Donnerstag, 1. Dezember zur Konferenz „Epigenetics,
Transgenic Plants & Risk Assessment“ nach Frankfurt.
Die Konferenz ist Teil eines Projektes, in dessen Rahmen untersucht werden soll, welche Bedeutung die wachsenden
Erkenntnisse zu epigenetischen Regulationen bei Pflanzen haben. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden,
was epigenetische Effekte, Genomumordnungen und bisher unbekannte Auswirkungen der gentechnischen Veränderung von
Pflanzen für die kommerzielle Anwendung der Pflanzengentechnik und deren Risikobewertung bedeutet. Das Projekt
läuft in Kooperation mit Greenpeace e.V..
Das vollständige Programm lesen Sie hier.
Lesen Sie zum Thema auch im Newsletter 01/05.
Die Veranstaltung beginnt um 9.30 Uhr und endet um 17.30 Uhr. Veranstaltungsort ist das Literaturhaus Frankfurt
e.V., Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Der Tagungsbeitrag beträgt 25 Euro und
ist bei der Registrierung (ab 8.30 Uhr) zu entrichten. Für Journalisten entfällt der Tagungsbeitrag.
Konferenzsprache ist Englisch.
Diesen Beitrag lesen Sie auch auf
Englisch.
Ansprechpartnerin und Anmeldung:
Katja Moch
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Bereich Biodiversität, Ernährung & Landwirtschaft
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I M P R E S S U M
Herausgeber
Öko-Institut e.V.
Institut für angewandte Ökologie
Redaktion
Referat Öffentlichkeit & Kommunikation
Christiane Rathmann
Katja Kukatz
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