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Der Fußball wird grün

Öko-Institut berät FSV Mainz 05 beim Klimaschutz

Wie gewinnt man viele Menschen für eine gute Sache? Mit Vorbildern! Deswegen hat sich der Fußballverein FSV Mainz 05 dafür entschieden, als „Klimaverteidiger“ ein gutes Beispiel zu geben. Der Energieversorger Entega, der Haupt- und Trikotsponsor des Mainzer Bundesligisten, hat dafür das Öko-Institut engagiert: „Wir haben zuerst einen kleinen CO2-Fußabdruck erstellt“, so der Projektverantwortliche Dr. Matthias Buchert vom Öko-Institut. Dann haben die Mainzer erste Vorschläge zur Treibhausgas-Reduktion umgesetzt: Sie entschieden sich für Ökostrom, stellten die Lüftungsanlage stromsparend um und engagierten einen Klimawart. Auch der Caterer zog mit und grillt nun die Würstchen für die Fans ebenfalls mit Ökostrom und gibt Getränke in Mehrwegbechern aus.

„Wir sind im ersten Schritt dabei, den CO2-Ausstoß des Vereins zu minimieren“, so Dr. Buchert. Im zweiten Schritt gehe es darum, auf erneuerbare Energien umzusteigen. Erst wenn alle diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, gelte es zu überlegen, den verbliebenen CO2-Ausstoß durch Abgaben extern zu kompensieren.

„Der Verein arbeitet vorbildlich mit und hat auch ein Klimatraining für seine Bundesligaspieler durchgeführt“, erläutert Dr. Buchert. Jeder Spieler soll Vorbild für die Zuschauer sein und zum Beispiel einen Klimaschutz- und Energiespar-Check in seiner Wohnung machen lassen und effizientes Autofahren lernen. Mit dem FSV-Verteidiger Niko Bungert, der als „Klimabotschafter” des Vereins auftritt, hat das Projekt ein positives Gesicht: „Er ist jung, sympatisch und fährt auch mal mit dem Fahrrad zum Training“, so Dr. Buchert. Der Verein sorgt gleichzeitig für Publicity während der Spiele. Das bringt Werbung für alle Beteiligten und die gute Sache. „In der Sportszene erreicht man Zielgruppen, die man sonst nicht unbedingt ansprechen kann“, erklärt der Wissenschaftler. In den Blogs der Fanseiten hat der FSV dafür bereits viel Applaus bekommen. kh

info: Dr. Matthias Buchert

Der REACH Praxisführer

Chemikalien: Unterstützung und Instrumente für Unternehmen

Die EU-Chemikalienverordnung REACH stellt Unternehmen vor neue Aufgaben, um den sicheren Umgang mit Chemikalien zu gewährleisten: Unter anderem müssen bis zum 1. Dezember 2010 für alle Stoffe die in großen Mengen produziert werden, sowie für besonders gefährliche Stoffe Registrierungsdossiers erstellt und an die europäische Chemikalienagentur ECHA in Helsinki geschickt werden.

Das Öko-Institut unterstützt in mehreren Projekten gerade kleine und mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung von REACH. Besonders wichtig ist dabei der REACH Praxisführer, der im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Verband der Chemischen Industrie vom Öko-Institut erstellt wird, gemeinsam mit dem Forschungs- und Beratungsinstitut Gefahrstoffe (FoBiG). Im Mittelpunkt stehen zwei Aufgaben: Zum einen die Beurteilung, ob und in welchem Umfang es beim Einsatz chemischer Produkte zu Expositionen kommt, das heißt zum Kontakt zwischen Chemikalien und Menschen oder der Umwelt. Zum anderen die Ermittlung von Maßnahmen, die einen sicheren Umgang mit Chemikalien ermöglichen und in der gesamten Lieferkette kommuniziert werden können – von örtlichen Absauganlagen bis zu geschlossenen Anlagen. Besonders wichtig sind hier „Expositionsszenarien“, in denen die erforderlichen Bedingungen und Risikomanagementmaßnahmen für die unterschiedlichen Anwendungen von Stoffen und Gemischen beschrieben und industriellen und gewerblichen Kunden mitgeteilt werden.

Ende April dieses Jahres wird es eine interessante Ergänzung geben, in der es um eine besonders harte Nuss geht: Die Beurteilung von Gemischen unter REACH. Denn in den meisten Fällen werden Chemikalien nicht als einzelne Stoffe, sondern in Gemischen eingesetzt, zum Beispiel als Lack, Klebstoff oder Reinigungsmittel. Hier müssen die Hersteller dieser Produkte in ihrem Sicherheitsdatenblatt des Gemischs alle Informationen zu den Inhaltsstoffen berücksichtigen, die sie erhalten haben. Die zahlreichen Möglichkeiten, die es dabei gibt, werden im Praxisführer an Beispielen erklärt. Die Erweiterung des Praxisführers gibt auch Tipps und Instrumente, mit denen Anwender von Chemikalien prüfen können, ob ihre Verwendungen vom Sicherheitsdatenblatt ihres Lieferanten abgedeckt sind.

Der REACH Praxisführer kann kostenlos unter www.vci.de (deutsche Fassung) bzw. www.cefic.org (englische Fassung) heruntergeladen werden.

info: Dr. Dirk Bunke

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